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Uhudler

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Uhudler
Das Südburgenland in Österreich ist die Heimat einer Weinspezialität, die das Licht der Welt vor gut 150 Jahren als direkte Folge der Reblauskatastrophe erblickte: Der Uhudler ist ein meist zartrosafarbener bis ziegelroter Rosé/heller Rotwein mit einem intensiven Bouquet, das an süße Beeren denken lässt, und frischer, kräftiger Säure. Charakteristisch für das Aroma des Uhudlers ist ein Jasminton - das in Europa abschätzig als "Foxton" bezeichnete Zeichen seiner Abstammung von Amerikaner-Reben.  

Ursprünglich wurde der Uhudler ausschließlich aus Beeren hergestellt, die aus Kreuzungen von aus Übersee importierten, reblausresistenten Wildreben und klassischen europäischen Edelreben entstanden waren. Die neuen Hybridenweine bescherten europäischen Zungen zwar eher unwillkommene Geschmackserlebnisse, waren jedoch oft die einzigen erhältlichen Weine. Als sich im Kampf gegen die Reblaus das Aufpfropfen von Edelreisern auf amerikanische Unterlagsreben durchsetzte, blieben im Südburgenland einige Winzer dabei, ihre Weine aus Direktträgern - wurzelechten, also nicht veredelten Rebstöcken - zu keltern.  

In den 1920er Jahren erfreuten sich "Direktträgerweine" aus Rebsorten wie Concord, Elvira, Isabella, Noah, Othello und Seibel großen Zuspruchs. 1938 wurde der Uhudler mit der (erst 1990 widerlegten) Begründung verboten, Direktträgerweine enthielten unerlaubte Mengen an Fuselöl und Methanol. Von Mitte der 1970er bis in die 1980er Jahre war es gestattet, ihn für den Eigengebrauch als Haustrunk zu produzieren; als dieser Begriff infolge des Glykolwein-Skandals aus dem österreichischen Weingesetz gestrichen wurde, war auch der Uhudler wieder illegal. 1992 schließlich führten die Bemühungen der Uhudlerweinbauern zum Erfolg, diesen Wein als regionale Spezialität zu erhalten und zu legalisieren. Seither gewinnt der Uhudler zunehmend an Popularität - unter anderem auch, weil die weitgehend schädlingsresistenten Reben ihn als Biowein qualifizieren. Der Name soll, so will es die Legende, von dem uhuähnlichen Aussehen herrühren, das ein Uhudlerkater seinem Besitzer beschert.