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Kreuzung

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Kreuzung
Die Kreuzung von Sorten der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera) verfolgt das Ziel, durch Vermählung von zwei Rebsorten eine neue zu erzeugen, die bestimmte Vorzüge der Elternsorten vereint. Bei der künstlichen Befruchtung werden die Blüten der ausgewählten Muttersorte mit den Pollen der gewünschten Vatersorte bestäubt. Rebsorten der Spezies Vitis Vinifera tragen fast ausnahmslos Zwitterblüten. Um ungeplanter Eigenbestäubung vorzubeugen, werden zunächst die männlichen Staubfäden der Muttersorte entfernt und erst dann die Pollen der Vatersorte aufgebracht.  

Hinter Kreuzungsexperimenten können diverse Absichten stehen - von der Schaffung besonders robuster, genügsamer, schädlings-/frostresistenter oder besonders ertragreicher Sorten bis zur Verbesserung oder Neukreation von Aromen und Farben. Vom ausgehenden 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein etwa versuchte der französische Arzt und Rebzüchter Albert Seibel, der Reblauskatastrophe durch Kreuzungen von resistenten amerikanischen Reben mit europäischen entgegenzuwirken. Zwar setzte sich langfristig die Aufpfropfung von Edelreisern auf resistente Unterlagsreben durch, immerhin aber bildeten etliche der rund 16.000 Seibel-Reben die Grundlage späterer erfolgreicher Neuzüchtungen. Gelegentlich beschert uns auch die Natur höchstpersönlich neue, interessante Trauben.  

Beispiele für Rebkreuzungen aus dem Labor: Muttersorte x Vatersorte (Züchter, Jahr) 
- Dornfelder: Helfensteiner × Heroldrebe (August Herold, 1955) 
- Müller-Thurgau: Riesling × Madeleine Royale (Hermann Müller, 1882) 
- Regent: Diana (Silvaner × Müller-Thurgau) × Chambourcin (Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, 1967) 
- Scheurebe: Riesling × Buketttraube (Georg Scheu, 1916)  

Beispiele für Kreuzungen ohne menschliches Zutun: 
- Auxerrois: Heunisch x Pinot (um 1816) 
- Blaufränkisch oder Lemberger: Blaue Zimmettraube x Weißer Heunisch (vermutlich 18. Jahrhundert) 
- Cabernet Sauvignon: Cabernet Franc x Sauvignon Blanco (1929, siehe Vitis International Variety Catalogue)