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Bordeaux-Klassifizierung

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Bordeaux-Klassifizierung
Auf den ersten Blick wirkt das Klassifizierungssystem im Bordeaux recht rätselhaft. Tatsächlich aber finden sich im Register des INAO (Institution National des Appellations d'Origine) im gesamten Anbaugebiet nur vier Regionen mit speziellen Einstufungen, nämlich Médoc und Sauternes-Barsac, Graves und Saint-Émilion. Die Klassifikationen im Einzelnen:
- Klassifizierung von 1855 (Médoc und Sauternes-Barsac), 
- Klassifizierung der Crus Bourgeois AOC du Médoc, 
- Klassifizierung der Crus Artisans AOC du Médoc, 
- Graves-Klassifizierung, 
- Klassifizierung von Saint-Émilion.

Alle anderen Weine fallen unter die AOC (Appellation d'Origine Contrôlée; nach neuem EU-Weinrecht AOP für Appellation d'Origine Protégée) Bordeaux. Gut zu wissen: Weine, die nicht in eine dieser Kategorien gehören, sind nicht automatisch minderwertig. So besitzt beispielsweise eines der Aushängeschilder des Bordeaux, der Château Pétrus, keine Grand-Cru-Klassifizierung - aus dem einfachen Grund, weil es diese Einstufung im Pomerol überhaupt nicht gibt.

Die Klassifizierung von 1855 
Im Vorfeld der Weltausstellung in Paris 1855 forderte Napoléon III die Weinbaugebiete im Médoc auf, ein gemeinsames Klassifizierungssystem zu etablieren. Für die Federführung zuständig war und ist die Industrie- und Handelskammer von Bordeaux. Insgesamt 61 Grands Crus wurden in fünf Stufen von "Cinquièmes Grands Crus Classés" bis zu "Premiers Grands Crus Classés" eingestuft, also von Crus fünften bis ersten Ranges. Berücksichtigt sind dabei ausschließlich Rotweine aus dem Médoc, weiße Süßweine aus Sauternes und einen Cru Classé de Graves (siehe unten). Der Bekanntheitsgrad und der Preis eines Weins spielten die maßgebliche Rolle bei der Zuordnung. An der Anzahl und der Identität der Crus änderte sich seit Einführung des Systems nichts. Anders als im Burgund sind im Bordeaux nicht einzelne Lagen, sondern Weingüter (frz.: Châteaux) klassifiziert. 
Besonderheit: Bisher kam es zu einer einzigen Änderung der Rangordnung innerhalb der Klassifikation. Château Mouton-Rothschild, 1855 als 2ème Cru eingestuft, schaffte es 1973 in den Rang eines 1er Cru - nachdem Philippe von Rothschild, seit 1922 Besitzer des Weinguts, 51 Jahre lang um diese Würdigung seines Spitzenweins gekämpft hatte. 

Die Klassifizierung der Crus Bourgeois AOC du Médoc 
Im Jahr 1932 führten die Handwerks- und die Landwirtschaftskammer von Bordeaux ein Verzeichnis der besten nicht klassifizierten Rotweine der Médoc-Region ein. Seit 2012 untersteht das Register der INAO. Berücksichtigt sind in dieser Liste ausschließlich die acht Appellationen Haut-Médoc, Listrac, Margaux, Médoc, Moulis, Pauillac, Saint-Julien und Saint-Estèphe.

Die Klassifizierung der Crus Artisans AOC du Médoc 
Die Bezeichnung Crus Artisans datiert in die Zeit bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bezieht sich auf kleinere Weingüter, die oft nicht von hauptberuflichen Winzern, sondern von Handwerkern aus anderen Professionen betrieben wurden, etwa von Küfern, Wagnern oder Schmieden. Heute - seit 1994 - bezieht sich diese Klassifizierung auf kleine und mittlere Betriebe der AOC Médoc, bei denen der Besitzer oder Geschäftsführer selbst an der Bewirtschaftung des Weinbergs sowie am Marketing beteiligt ist.

Die Graves-Klassifizierung 
Erst knapp 100 Jahre nach der Médoc-Klassifizierung veröffentlichte das INAO auf Betreiben der Region eine eigene Klassifikation für Graves. Es gibt keine Hierarchie in der Qualitätszuschreibung, bis heute fand keine Revision der "Crus Classés de Graves" statt. Alle 16 klassifizierten Châteaux liegen in der Appellation Pessac-Léognan. Sieben sind für Rotwein, drei für Weißwein und die restlichen sechs für Rot- und Weißwein klassifiziert. Kuriosum: Als einziger Wein des Bordeaux figuriert Château Haut-Brion unter zwei Klassifizierungen, nämlich unter den Crus Classés de Graves und den Grands Crus Classés von 1855.

Die Klassifizierung von Saint-Émilion 
Als nach dem Médoc auch Graves eine eigene Klassifikation erhielt, wollte das berühmte Anbaugebiet rechts der Gironde nicht länger zurückstehen. Seit seiner Einführung 1954 wurde das System mehrmals überarbeitet. Es ist flexibler als die beiden anderen Modelle: Bis heute wurden sechs Weingüter neu eingestuft. Mit Wirkung der letzten Revision im Jahr 2012 hat Saint-Émilion offiziell 64 Grands Crus und 18 Premiers Grands Crus.