Robert-Parker

Neben dem im letzten Artikel angesprochenen Robert M. Parker Jr. und seinem Wine Advocate gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Kritiker und Institutionen. Einer der wichtigsten ist der Engländer Hugh Johnson, der vor allem mit Hugh Johnson’s Pocket Wine Book, das seit 1977 einmal jährlich erscheint, populär geworden ist. Neben ihm sind es vor allem die Engländer Michael Broadbent, Jancis Robinson, Oz Clarke und der Decanter sowie die Amerikaner James Suckling und die Zeitschriften Wine Enthusiast und Wine Spectator, die oft zitiert werden. Diese Kritiker und Fachzeitschriften bewerten Weine, die weltweit erzeugt werden.

Neben diesen international arbeitenden Kritikern gibt es jedoch genauso Kritiker und Fachblätter, die sich auf bestimmte Länder und Gebiete spezialisiert und dort den Standard festgelegt haben. Für Deutschland sind das Gerhard Eichelmann mit seinem jährlich erscheinenden Weinführer sowie der Gault&Millau WeinGuide Deutschland und die Online-Plattform Wein-Plus. Für Österreich ist der Falstaff die Instanz. Für Spanien ist dies vor allem der Guía Peñín, für Italien sind es der Gambero Rosso sowie zunehmend der Slow Wine-Führer, eine Veröffentlichung der Slow Food-Bewegung. Wer kompetente Bewertungen australischer Weine sucht, wird sie unter anderem bei James Halliday finden, und für südafrikanische Weine ist es Platter’s Wine Guide, der hier seit 1980 das Maß aller Dinge ist. In der französischsprachigen Weinwelt schließlich schaut man besonders auf die Bewertungen der Führer von La Revue du Vin de France und Bettane & Desseauve.

Neben diesen Kritikern und Publikationen sind Weinwettbewerbe in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Für den europäischen Raum sind hier vor allem vier Wettbewerbe von großer internationaler Bedeutung. Das sind die International Wine Challenge (IWC) in London, die Austrian Wine Challenge (AWC) in Wien sowie die deutschen Wettbewerbe Mundus Vini und Berliner Wein Trophy. Die vier Wettbewerbe funktionieren grundsätzlich nach ähnlichen Regeln. Winzer und Kellereien reichen ihre Weine ein. Für diese Möglichkeit bezahlen sie einen entsprechenden Obolus, damit der Wettbewerb finanziert werden kann. Gruppen internationaler, erfahrener Verkoster widmen sich bestimmten Gebieten und Stilen und verkosten verdeckt. Diese Wettbewerbe werden immer populärer, da sie transparenter erscheinen als die Verkostung von einzelnen Kritikern. Zudem gibt es klare Regeln in der Verwendung der Medaillen, die ein Winzer für seine Weine erhält. So analysiert der Veranstalter die zum Wettbewerb eingereichten Weine und behält Verkostungsmuster, so genannte Konterflaschen über einen längeren Zeitraum in seinem Depot. Weinhersteller dürfen die einem Wein vergebenen Medaillen ausschließlich für Weine als Werbemittel verwenden, die identisch mit jenen sind, die im Wettbewerb eingereicht werden. Weine aus anderen Abfüllungen (Lots) dürfen diese Medaille nicht tragen. Um die Integrität des Wettbewerbs und seiner Verkoster zu wahren, wird dies immer wieder überprüft. Mundus Vini, AWC Vienna und IWC London finden einmal jährlich statt, die Berliner Wein Trophy zweimal im Jahr.

Bewertungssysteme

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Bewertungssysteme für Weine, Jahrgänge oder Erzeuger.

Das Drei-, Vier- oder Fünf-Sterne-System: Das einfachste ist das 3- bis 5-Sterne-System, mit dem beispielsweise Hugh Johnson, Oz Clarke oder John Platter in ihren Pocket-Books arbeiten.

Das 20-Punkte-System: Dieses Schema wird in Europa immer noch am häufigsten, zum Beispiel von Jancis Robinson, verwendet.

Das 100-Punkte-System: Dieses System basiert auf der Benotung in US-amerikanischen Highschools. Es wurde vor allem durch Robert M. Parker Jr. populär. Hier bekommt jeder Wein von vornherein 50 Punkte, weshalb es auch ein abgewandeltes 50-Punkte-System gibt, bei dem man bei 1 anfängt und 50 Punkte das Nonplusultra darstellen.

Titelbild: Robert Parker

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