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Azienda Vinicola Falesco s.r.l. Azienda Vinicola Federici
Latium Umbrien
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4 Sterne und besser
Nein Ja
weiß rosé rot
fein & aromatisch fruchtig & aromatisch jung & frisch leicht und fruchtig samtig & üppig
Halbe Flasche (0,375l) Standard Flasche (0,75l)
DIAM Naturkorken
Gambero Rosso Luca Maroni Robert Parker

Latium

Heimat des Frascati

Das Latium erstreckt sich über 320 Kilometer an der Unterseite des römischen Stiefelschafts. Die Weinberge liegen sowohl in der Umgebung Roms als auch auf den Hügeln vor der Mittelmeerküste und um den See Bolsena zwischen Umbrien und der Toskana. Bereits die Römer nutzten die Gegend als Weinkeller. Heute sind es besonders die Weine aus dem malerischen Tavernenstädtchen Frascanti und der „Est! Est! Est!“ aus dem Norden des Latiums, die weltweit Anerkennung finden. 90 Prozent der Produktion fallen in dieser Region auf Weißweine zurück, deren Reben vom Vulkangestein Latiums profitieren. Neben Trebbiano-Trauben bauen die hiesigen Winzer besonders Malvasia an. Die meisten Sorten sind fruchtig und leicht.

Latium

Latium, der Weinkeller der Antike

Durch seine Länge von über 300 Kilometern ist die Region Latium sehr vielfältig. Das Tyrrhenische Meer begrenzt das Anbaugebiet im Westen, der Appenin streift es im Nord-Osten. Nicht umsonst war das Gebiet schon in der Antike Lieferant von Weinen und Speisen für die römischen Herrscher. Die Weinkultur hat sich bis heute gehalten, sodass die Weinbauern Latiums heute 47.000 Hektar Rebfläche bewirtschaften. Neben den Castelli Romani, den Hügeln um Rom, sind besonders Friscati, Orvieto und Montefiascone wichtige Weindörfer.

Die Rebsorten des Latiums

Die beiden prägenden Rebsorten des Latiums sind Malvasia und Trebbiano. Ansonsten verarbeiten die Winzer weiße Trauben unterschiedlichster Art, zum Beispiel Chardonnay, Greco Bianco, Pinot Grigio oder Verde. Der kleine Anteil von Rotweinen entfällt hauptsächlich auf Aleatico, Bombino Nero, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Weinkenner schätzen beispielsweise den in kleinen Mengen produzierten roten Cesanese aus dem Süden. Die Klassifikation DOC oder DOCG haben zahlreiche Gemeinden dieser Region. Mit einer Jahresproduktion von circa 152,7 Millionen Litern Wein gehört das Latium längst zu den großen des Landes. Bekannte Kellereinen sind beispielsweise die Fontana Candida, die Casala del Giglio oder die Villa Simone.

Frascati, der Weißwein von den Castelli Romani

Zu den berühmtesten Weindörfern des Latiums zählt die Gemeinde Frascati. Ein DOC und zwei DOCG-Regionen bietet das Städtchen. Es gehört zu den Castelli Romani, den Burgen um Rom, deren grüne Hügel in den Sommermonaten Zufluchtsort vieler Römer sind. Der Frascati ist ein süffiger Weißwein mit geringem Alkoholgehalt. In den 60er Jahren war er bei amerikanischen Stars beliebt. Zwar hat er seine Anziehungskraft nie verloren, qualitativ haben ihn über die Zeit aber andere Anbaugebiete Italiens überholt. Mittlerweile gibt es jedoch wieder Kellereien wie die Fontana Candida, die das nussige Aroma der Malvasia mit ins Glas zaubern. So haben sich einige Frascati-Weine zu echten Genusstropfen entwickelt, die mehr bieten als fruchtige Frische.

Besondere Weine aus dem Norden und Süden des Latiums

Zum Latium gehört ein Teil des Orvieto-Anbaugebiets im Norden. Neben diesem Weißwein genießt der „Est! Est! Est!“ vom anderen Ufer des Bolsena-Sees einen ausgezeichneten Ruf. Diesen bauen die Kellermeister sowohl als halbtrockenen und lieblichen Weißwein als auch als Schaumwein an. Sein Name beruht auf einer Sage, nach der der Augsburger Bischof Johannes Fugger auf einer Reise 1111 n. Chr. Diener in das Städtchen Montefiascone vorausschickte. Sie sollten die Gasthäuser mit Kreide markieren, die den besten Wein hatten. Dafür nutzen sie das Wort „Est!“ (= „Das ist er!“). Der dreifache Ausruf beschreibt die angebliche Begeisterung der Diener für den Wein, den sie in einer Herberge in Montefiascone genossen. Auch der Fugger war vom Genuss des Weißweins überwältigt, denn er soll seine Reise zum Papst nie fortgesetzt haben und liegt in der hiesigen Kirche begraben.

Der Süden des Latiums hat dagegen einige Rotweine zu bieten, die sich sehen lassen können. Der Cesanese bringt individuelle Duftnoten von Schokolade, Schlehen oder Kirschtorte mit. Ursprünglich tranken ihn Geistliche vor allem als Süßwein, jedoch hat er in den letzten Jahren einen neuen Aufstieg erlebt und überzeugt heute mit einer ansprechenden Mineralität und kräftigen Säure.

Latium – römische Geschichte im Zeichen des Weins

In vielen römischen Schriften der Antike finden sich Loblieder auf die Weine aus Latium. Damals handelte es sich hauptsächlich um bernsteinfarbene Weißweine, die vollmundig und würzig waren. Ab 755 n. Chr. gehörte das Latium zunächst als Lehen dem damaligen Papst. Mit dem Aufstieg des Christentums führten die mittelalterlichen Mönche die Traditionen der Römer fort. Von Papst Paul III. ist bekannt, dass er eine Übersicht über italienische Weine erstellen ließ und den französischen Wein ächtete. Während der Zeit des unabhängigen Kirchenstaats, der Eroberung durch Napoleon bis hin zur Einigung Italiens 1870 spielte der Wein stets eine Rolle für die Landwirtschaft Latiums. 1947 schuf Rom schließlich die Region als Verwaltungseinheit.

Kultur, Natur und Wein im Latium

Das Latium hat für Weinfreunde und Kulturbegeisterte einiges zu bieten. Wer sich an der Hauptstadt Rom mit ihrer jahrtausendealten Geschichte satt gesehen hat, der findet beispielsweise in einer der Thermen Erholung. Die Caracalla-Thermen in Rom sind nur ein Beispiel für die Überbleibsel der Thermalkunst antiker Bauherren. Besucher haben im breiten Angebot dieser Region die Wahl zwischen den Kunstschätzen in Tivoli, Skifahren in Livata, Terminillo oder Campo Staffi oder Naturerleben rund um den Bolsena-See. Die wunderschönen Küsten der Inseln Ventotene und Ponza laden ebenfalls zum Entspannen ein. Wer Zeit hat, sollte auf seiner Reise durch das Latium an einem der zahlreichen Weingüter einen Zwischenstopp einlegen. Im Norden lockt die Villa Caviciana mit leckeren Tropfen aus rein biologischem Anbau. Im Süden lernen Touristen den Cesanese auf dem Casale della Ioria besser kennen und auf dem Fontana Candida lässt sich der Frascati in Weinproben genießen.


Feste und Events im Latium

Sowohl in Rom selbst als auch im gesamten Latium feiern die Menschen. An Roms Geburtstag (Natale di Roma), dem 21. April, wählen die Einheimischen bei einem Schönheitswettbewerb die Göttin von Rom. Das kleine Städtchen Viterbro feiert jedes Jahr Anfang September das „Macchina di Santa Rosa“, ein Festival für die Schutzheilige mit einer spektakulären Parade. In Marino bei Rom findet am ersten Oktoberwochenende das Weinfest „Sagra dell’Uva die Marino“ statt.