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Weinlexikon
Australien

Im Jänner 1788 landete ein englisches Schiff mit 300 Sträflingen und deren Bewachungspersonal an der Ostküste Australiens im Hafen von Sidney. Befehlshaber war Captain Arthur Phillip, welcher auch der erste Gouverneur wurde. Er hielt schriftlich fest, “daß der Weinbau in einem so günstigen Klima bis zu jedem gewünschten Grad der Perfektion getrieben werden kann”. Unverzüglich wurde mit der Anpflanzung der mitgebrachten Rebstöcke begonnen (wo heute Farm Cove liegt). Aber es sollte doch 200 Jahre dauern, bis sich der australische Weinbau etablieren konnte. Die ersten Jahrzehnte wurde hauptsächlich Rum getrunken und zwar so exzessiv, daß das Lager den Namen “Rum-Corps” bekam. Als “Vater des australischen Weinbaus” gilt der Schotte James Busby, der sich Weinkenntnisse in Frankreich erworben hatte und nach Australien auswanderte. 1825 gründete er nördlich von Sidney im Hunter River Valley eine Farm und wählte rein zufällig eine der besten Weingegenden Australiens aus. 1830 reiste er wieder nach Europa und nahm 1833 bei der Rückreise 570 edle Rebstöcke aus Spanien und Frankreich mit. Er veröffentlichte ein Buch über Wein und Weinanbau. Über 100 Jahre lang wurden in Australien vorwiegend schwere, alkoholreiche Süßweine produziert, die aufgespritet als „Australian Port“ vermarktet wurden. Ab 1960 erfolgte vorerst ein Wandel zu frischen Weißweinen. Später folgten dann ausgezeichnete Rotweine, vor allem aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Shiraz, die sortenrein oder als Cuvée produziert werden. Australien hat unter allen Ländern der Neuen Welt den Weinbau am meisten entwickelt und wurde innerhalb nur einer einzigen Generation zu einer echten Weintrinker-Nation. Die Qualität der erzeugten Weine ist hervorragend und australische Önologen und Winemakers sind auf der ganzen Welt begehrt.Trockene Weißweine machen rund 60%, Rotweine rund 20% und süße bzw. gespritete Weine ebenfalls 20% der Gesamt-Produktion aus. Die meisten kommen als Rebsorten-Weine auf den Markt, als Herkunft wird häufig nur Südaustralien oder Australien angegeben. Wird ein Anbaugebiet angegeben, muß der Wein zu 85% von dort stammen. Bei Jahrgangsangabe müssen 95% von diesem Jahr sein. Es ist üblich, Trauben aus verschiedenen Anbaugebieten für einen Wein zu verwenden, dies nennt man Multi-district-blend. Ein Säurezusatz zum Wein ist erlaubt, aber eine Chaptalisation verboten. Die Rebsorte Sultana belegt ein Viertel der Rebfläche und wird vorwiegend für Rosinen genutzt. Die Hitliste der Rebsorten nach der Rebfläche (in Klammer die in Australien gebräuchlöichen Namen):* Chardonnay mit 11,5%* Shiraz (Hermitage) mit 11%* Cabernet Sauvignon mit 9%* Sauvignon Blanc mit 5,5%* Muscat d´Alexandrie (Muscat Gordon Blanco) mit 5%* Sémillon mit 5%* Grenache mit 3%* Pinot Noir (Red Burgundy) mit 2%* Trebbiano (White Shiraz oder White Hermitage) mit 1,5%* Colombard mit 1,4%Auf 90.000 Hektar Rebfläche werden von 500 Wein-Erzeugern per anno rund 6,2 Millionen Hektoliter Wein produziert. Das Klima ist heiß und trocken, es gibt keine Frostgefahr. Rund drei Viertel der Rebflächen befinden sich im kühleren Südaustralien. Bei Trockenheit erfolgt häufig eine künstliche Bewässerung. Die Rebflächen erstrecken sich in zerstreuter Form von Brisbaine bis Perth über rund 4.000 km. Die Weinanbaugebiete sind Canberra, New South Wales (mit dem Hunter Valley), Queensland, South Australia (mit dem berühmten Gebiet Coonawarra), Tasmania, Victoria und Western Australia. Der größte Weinproduzent Australiens ist der Multi Southcorp, dem einige der größten Weingüter gehören. Etwa 70% der Produktion entfallen auf den einfachen Cask-Wein. Bekannte und große Weingüter sind unter anderem Coldstream Hills, Penfolds, Rosemount Estate, Rothbury Estate und Wynns.