KOSTENLOSE RÜCKGABE BEI NICHTGEFALLEN
ANMELDEN
Weinlexikon
Ungarn

Ungarn besitzt eine sehr alte Weinbau-Kultur und Weine aus Sopron und Eger waren schon im 13. Jahrhundert ein Begriff. Die Griechen führten den Weinbau in Ungarn von Südosten her die Donau und deren Nebenfluß Theiß aufwärts und die Römer von Westen her über die pannonische Ebene bis zum Plattensee ein. Über das Land brausten im Verlaufe der Jahrhunderte Hunnen-, Vandalen-, Goten-, Tataren- und Türkenstürme hinweg. Aber Wein wurde immer angebaut. Sogar die Türken, die den größten Teil des Landes 160 Jahre besetzt hielten, unterdrückten trotz Wein-Verbot den Weinbau nicht, nahmen gerne die Steuern dafür ein, aber die Entwicklung des Weinbaus war in dieser Zeit gehemmt. Eine Legende berichtet, daß Karl der Große vom “Awarenwein” so begeistert war, daß er einige Reben mit nach Deutschland nahm. Der ungarische König Matthias Corvinus (1440 – 1490), der in seinen letzten fünf Lebensjahren in Wien residierte, war ein ausgeprägter Weinliebhaber. Es ist von ihm die Aussage überliefert, “daß das ganze Volk Wein haben solle und die Weinbauern hoch zu achten seien”. Im Mittelalter spielte die Kirche wie in fast allen anderen Ländern auch eine tragende Rolle.Entscheidend mit der Wein-Geschichte Ungarns verbunden ist der berühmte Tokajer, der seine Ursprünge in Italien hat. König Béla IV. (1235 – 1270) holte Italiener ins Land, die ihre Lieblingsrebe Furmint mitbrachten, der Hauptbestandteil des berühmten Weines. Dieser wurde dann sogar als diplomatische Waffe eingesetzt. Als die Türken im Jahre 1683 vor Wien scheiterten und dann 1686 auch aus Budapest vertrieben wurden, wollte der ungarische Fürst von Siebenbürgen Ferenc Rákóczi, (1676 – 1735) das nun befreite Ungarn davor bewahren, von den Habsburgern einvernahmt zu werden und Ungarn als eigenständiges, nationales Königreich etablieren. Er versuchte Anfang des 18. Jahrhunderts, sich mit dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638 bis 1715) zu verbünden und sendete diesem als Präsent edlen Tokajer von seinen Gütern. Aber letztlich half das nichts, denn Österreich und seine Verbündeten (England) gewannen den Krieg. Im Jahre 1722 nahm dann der ungarische Reichstag die Pragmatische Sanktion an, die den Habsburgern auch das weibliche Erbrecht auf die ungarische Krone sicherte. Nach der Reblaus-Katastrophe und den beiden Weltkriegen verlegte man sich auf die Produktion von Massenweinen. Seit den politischen Umwälzungen des Jahres 1989 und Neugründung des Weinbauverbandes geht es mit dem Weinbau wieder aufwärts.Auf 130.000 Hektar Rebfläche werden per anno rund 4,2 Millionen Hektoliter Wein produziert. Ungarn ist ein typisches Weißweinland

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/