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Weinlexikon
Uhudler

Diese österreichische Rarität ist eine Sammel-Bezeichnung für einen Wein, der aus mehreren Sorten produziert wird. Der Ursprung liegt im Kampf gegen die Reblaus, als Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa Amerikaner-Reben eingeführt oder mit Europäer-Reben gekreuzt wurden, zweitere nennt man Hybriden. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde von Professor Zweigelt angeregt, alle österreichischen Rebflächen zu roden, doch es blieben Restbestände der für den Uhudler verwendeten Sorten bestehen. Dies waren Concord, Elvira, Isabella, Noah, Othello und Seibel. Es sind alles wurzelechte Sorten, sogenannte Direktträger. In den 20-er Jahren gediehen sie im Südburgenland und der Südsteiermark wie Unkraut. Zwischen 1936 und 1992 war der Uhudler verboten, wurde nur als weinähnliches Getränk eingestuft und durfte ausschließlich zur Essigerzeugung verwendet werden, was zum schlechten Ruf beitrug. Der übrigens urheberrechtlich geschützte Name stammt von folgendem Umstand: Der Wein wurde gerne als Haustrunk genossen und wenn die Winzer mehr oder weniger berauscht vom Genuß nach Hause kamen, bemerkten die Frauen: ”Du schaust aus wie ein Uhu.” Der Uhudler hat aber zu Unrecht einen schlechten Ruf. Denn daß dieser Wein aufgrund angeblich hohen Gehaltes an Methylalkohol und Fuselöle blöd und blind mache und deshalb eine Rabiatperle oder Heckenklescher sei, ist längst widerlegt. Eigentlich ist er eine Bio-Pflanze schlechthin, denn aufgrund der Resistenz gegen die Reblaus und Rebstock-Krankheiten ist kein Spritzen oder Düngen erforderlich. Gemäß österreichischer Weingesetznovelle darf er seit dem 1. August 1992 von acht burgenländischen Gemeinden im Weinbau-Gebiet Südburgenland auch offiziell verkauft werden. In einem Weinkeller in der Gemeinde Heiligenbrunn befindet sich die “Uhudler-Vinothek”, in der man diesen Wein aus den verschiedenen Rebsorten verkosten und erwerben kann. Traditionellerweise wird er in einem Tongefäß, dem sogenannten Plutzer, angeboten.

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/