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Weinlexikon
Schweiz

Die Römer pflanzten Rebstöcke im Raum Basel und Windisch und begründeten den Weinbau. Wie auch sonst in Europa wurde er dann im Mittelalter von den Zisterzienser-Mönchen kultiviert. Diese gründeten das Kloster Dézaley und legten im Jahre 1142 den ersten terassierten Weingarten am Genfer See im Kanton Waadt an, dieser zählt auch heute zu den besten Appellationen in der Schweiz. Ab Beginn der Eidgenossenschaft der drei Kantone Schwyz, Uri und Unterwalden im Jahre 1291 bis in das 18. Jahrhundert nahm die Weinproduktion ständig zu. Im 19. Jahrhundert gab es einen Niedergang durch ausländische Konkurrenz und als eines der letzten europäischen Länder erreichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Reblaus auch die Schweiz. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es wieder einen Aufschwung. In der heutigen, vielfältigen Weinkultur spiegeln sich deutsche, italienische und französische Einflüsse wieder. Aufgrund der kleinen Fläche gibt es nur eine beschränkte Anzahl von Rebsorten. In der Ostschweiz dominieren die Sorten Müller-Thurgau und Pinot Noir, in der Südschweiz Merlot. Zu 60% werden Weißweine und zu 40% Rotweine produziert. In größeren Mengen wird aus Amerikaner-Reben (hier nennt man sie Americano) wie Isabella, Clinton und Noah speziell im Tessin ein alkoholfreier Traubensaft produziert. Der daraus gekelterte Wein hat den typischen Fox-Ton und wird im Volksmund „Chatzedräckeler“ genannt. Die häufigsten Rebsorten nach der Rebfläche sind:* Chasselas = Dorin, Fendant, Perlan (weiß) mit 40%* Pinot Noir = Blauburgunder (rot) mit 27%* Gamay (rot) mit 14%* Merlot (rot) mit 6%* Müller-Thurgau = Rieslaner (weiß) mit 5%* Silvaner (weiß) mit 4%Die Rebfläche beträgt rund 15.000 Hektar, im Jahre 1997 wurden insgesamt 1,1 Millionen Hektoliter Wein produziert. Das Land ist in 22 politische Kantone gegliedert, in 17 davon gibt es folgende Weinbauregionen: Aargau, Appenzell, Basel, Bern, Genf, Graubünden, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Waadt, Wallis, Zürich. Die drei größten Regionen sind Wallis (5.000 ha mit 40% der Weinproduktion), Waadt (3.500 ha mit 80% Chasselas) und Genf (1.100 ha). Tessin stellt eine Ausnahme mit über 90% Merlot dar. Im Weinbauort Visperterminen im Kanton Wallis befinden sich in 1.100 m Seehöhe die höchstgelegenen Weingärten der Welt.Die Schweiz produziert ausgezeichnete Weine in vielen Varianten. Der einzige Grund, warum sie außerhalb des Landes vielleicht nicht so bekannt sind ist jener, dass diese fast ausschließlich selber konsumiert und sogar noch doppelt soviel importiert werden. Zumeist werden die Weine nach der Gemeinde benannt, in der sie erzeugt werden. Zu den bekanntesten Weinen zählen Aigle, Calamin, Completer, Cornalin, Dézaley, Dôle, Fendant, Flétri, Goron, Heida, Nostrano, Oeil de perdrix, Perlan, Salvagnin und Yvorne.Das Weingesetz basiert auf der Schweizer Lebensmittelordnung. Man unterschiedet nicht zwischen Tafelwein und Qualitätswein, sondern es muß der Begriff „Wein“ genau definiert sein (z. B. Perlwein, Schaumwein, Süßdruck, Luxuswein). Die Vorgaben sind nicht sehr streng, der maximale Ertrag ist bei Weißwein mit 1,4 kg/m² und für Rotwein mit 1,2 kg/m² festgelegt. Das bedeutet zwischen 84 und 110 hl/ha. Eine Trockenzuckerung ist üblich. Die Bezeichnung „leicht süß“ und „Mit Restzucker“ auf dem Etikett gilt für Weine, deren Gärung künstlich gestoppt wurde und die mehr als 4 g/l Restzuckergehalt haben. Natürlich süße Weine benötigen diese Bezeichnung nicht. Verschnitte sind in Grenzen möglich. Verbesserungs-Schnitt darf nur mit qualitativ höherwertigen Weinen bis max. 20% erfolgen. Weißwein darf nur mit inländischen Weinen, Rotwein auch mit ausländischen Weinen verschnitten werden. Übersteigt der Anteil 30%, dann muß er als ausländischer Wein bezeichnet werden.Die Angaben auf dem Flaschen-Etikett wie Herkunft (geographische Angabe, Nationen), Ursprung (Appellation wie Produktionsort, Lage oder Weingut), Rebsorte (nicht obligatorisch), Jahrgang (nicht obligatorisch, Beimischung eines anderen Jahrganges gleichen Ortes und Ursprunges ist bis 20% erlaubt), Qualitäts-Beschreibung, Alkohol-Gehalt, Erzeuger etc. müssen wahrheitsgetreu sein und jegliche Täuschung ausschließen. Je genauer die Angaben, desto höher die Qualität. Ein Rosé wird als Süßdruck bezeichnet. Perlwein muß einen Kohlensäuredruck von 1,6 bis 2,5 atü bei 20° C aufweisen. Als Schaumwein gilt ein Wein, der infolge einer zweiten Gärung (Flasche oder Tank) einen Kohlensäuredruck von zumindest 2,5 atü bei 20° C bzw. einen Gehalt von zumindest 4 g Kohlensäure per Liter aufweist, der Alkohol-Gehalt muß zumindest 8% vol betragen.

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/