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Weinlexikon
Kanada

Im 17. Jahrhundert pflanzten Jesuiten die ersten Rebstöcke, um daraus Messwein zu gewinnen. Im Jahre 1811 legte der Deutsche John Schiller in der Nähe von Toronto ein Weingut an, was als Geburtsstunde des kanadischen Weinbaus gilt. Heute beträgt die Rebfläche etwa 7.000 ha, die sich vor allem in den Zentren der Niagara-Halbinsel in Ontario (knapp 90%), dem Okanagan-Valley in British Columbia, in Alberta und Nova Scotia (Neuschottland) befinden. Die Weinproduktion beträgt rund 350.000 hl per anno. Das Klima ist mit sehr kalten Wintern mit durchschnittlich minus 5° Celsius und heißen Sommern extrem, aber auf der südlich gelegenen Niagara-Halbinsel durch den mildernden Einfluss der beiden riesigen Seen Ontario und Erie weit günstiger und fast ideal für den Weinbau. Ab 1930 wurden vor allem amerikanische und französische Hybriden angebaut, die noch immer rund die Hälfte der Rebfläche ausmachen. Von den beiden Sorten Concord und Elvira werden Schaum- und Süßweine produziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die europäischen Vinifera-Arten Alicante, Cabernet Sauvignon, Chardonna, Gamay, Gewürztraminer, Pinot Noir und Riesling eingeführt. In den letzten Jahren wurde auf der Niagara-Halbinsel durch den österreichisch-kanadischen Weinbau-Pionier Karl Kaiser die Produktion von ausgezeichnetem Eiswein initiiert. Unter der Bezeichnung TBA (Totally Botrytis Affected) werden edelsüße Weine produziert. Es dominieren Verschnitt-Weine von verschiedenen Jahrgängen und Lagen, wobei häufig auch Trauben und Mostkonzentrate aus Kaliofornien zur Aufbesserung verwendet werden. Die besten Weine stammen von den europäischen Rebsorten. In Ontario wurde von den Produzenten die “Vinters Quality Alliance” zur Prüfung und Etikettierung nach strengen Maßstäben geründet. Der größte Weinbaubetrieb ist Brights.

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/