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Weinlexikon
Heidelberg

Im Norden des deutschen Anbaugebietes Baden liegt diese wunderschöne Stadt mit zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten. Hier befindet sich auch die älteste, deutsche Universität, welche im Jahre 1386 gegründet wurde. Heidelberg war über viele Jahrhunderte ein Mittelpunkt von Kunst, Wissenschaft und auch des Weinbaus. Vom 13. bis Mitte des 18. Jahrhunderts war es Sitz der Pfalzgrafen vom Rhein. Im aus dem 13. Jahrhundert stammenden Heidelberger Schloß befindet sich das größte noch erhaltene Wein-Holzfass der Welt (siehe auch unter Fass-Typen). Hier steht im Faßkeller der 1751 fertiggestellte Behälter, der aus insgesamt 130 Eichenstämmen gefertigt wurde. Es hat eine Länge von 8,5 m, einen Durchmesser von 7 m und faßt 221.726 l Wein.Auf beiden Seiten führen je 42 Stufen zum Podest. Eine Weinleitung führte vom Keller zum königlichen Festsaal mit Platz für 500 Gäste, durch eine Handpumpe wurde der Wein nach oben gepumpt. Im Durchschnitt wurden täglich 2.000 Liter Wein genossen. Das Faß wurde aber nur dreimal nachgefüllt, wobei alle Sorten, weiße und rote, dazu verwendet wurden. Der Zwerg und Hofnarr Perkeo wurde zum Wächter des Fasses berufen. Es wird über ihn die Legende erzählt, daß einen Tagesbedarf von 18 Wein-Flaschen hatte und starb, nachdem er sich zum Trinken eines Glases Wassers anstelle des gewohnten Weines hatte überreden lassen. AIm Keller lagerten in vielen Fässern insgesamt 700.000 l Wein für die trinkfesten Schloßbewohner. Diese adelige Trinkfestigkeit ist auch schriftlich verbürgt, denn es gibt eine Tagebucheintragung des Kurfürsten Friedrich VI. von der Pfalz vom 9. Juli 1598: ”Gestern voll gwest”. Darauf bezieht sich auch das hierzulande vielgesungene Trinklied: Wütend wälzte sich im Bette, Kurfürst Friedrich von der Pfalz, Gegen alle Etikette, brüllte er aus vollem Hals: Wie kam gestern ich ins Nest? Bin, scheint’s, wieder voll gewest”. Übrigens humpelte der Kurfürst schon relativ jung am Stock und starb dreißigjährig.

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/