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Weinlexikon
Franken

Das deutsche Anbaugebiet mit rund 6.000 ha Rebfläche liegt am Nordrand des Bundeslandes Bayern zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt und wird vom Main in einer großen W-Form durchflossen. Alle Weinberge liegen an südwärts gerichteten Talhängen an den Flußufern des Mains oder in Seitentälern seiner Nebenflüsse. Es ist ein uraltes Weinland, dies beweist eine Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda aus dem Jahr 777, welches das Königsgut Hammelburg mit acht Weinbergen (das heutige Schloß Saaleck mit dem Schloßberg) zugeeignet bekam. In der auf Befehl von Kaiser Karl der Große angefertigten Markungs-Beschreibung zwischen Würzburg und Randersacker vom 14. Oktober 779 heißt es: “Danan in stachenhoug, danan in wolfgruoba, danan duruh den fredthantes wingarton mitten in die egga”.Mittelpunkt ist die Barockstadt Würzburg, wo sich auch der berühmte Weinberg ”Würzburger Stein” befindet. Der Name ”Stein” galt früher als Synonym für den Frankenwein schlechthin. Einer der berühmtesten Weine aller Zeiten war ein süßer Würzburger Stein aus dem Jahre 1540, der im Alter von 420 Jahren noch trinkbar war. In Würzburg gibt es auch die drei ältesten, größten und besten Weingüter Deutschlands Bürgerspital, Juliusspital und Staatlicher Hofkeller. Das Anbaugebiet ist aufgeteilt in die 3 Bereiche Maindreieck, Mainviereck und Steigerwald mit 24 Großlagen und 223 Einzellagen. Rund 50% der Weine werden von Winzergenossenschaften vermarktet. Franken ist ein Weißweinland, über 90% der Rebfläche bedecken weiße Rebsorten. Es herrscht überwiegend kontinentales Klima mit trockenen, warmen Sommern und kaltem Winter vor. Der Boden besteht aus verwittertem Urgestein und Buntsandstein im Mainviereck in Unterfranken und Spessart, Lehm-, Löß- und Muschelkalkböden im Maindreieck bei Wertheim und Miltenberg und Keuper im Bereich Steigerwald. Durch das eher strenge Klima hat der Riesling nur wenig Bedeutung. Früher war die traditionelle Frankentraube der Silvaner (heute 21%) aber er wurde vom Müller-Thurgau abgelöst, der 41% der Rebfläche belegt. Dann folgen Bacchus (12%), Kerner (6%), Riesling (4%) und Spätburgunder. Die signifikante Spezialität Frankens ist die Flaschenform, der berühmte Bocksbeutel, der schon seit Jahrhunderten verwendet wird. Diese Flaschenform ist für Qualitätsweine aus Franken gesetzlich geschützt. Über 40% der Weine werden in diese Flaschen abgefüllt.

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/