KOSTENLOSE RÜCKGABE BEI NICHTGEFALLEN
ANMELDEN
Weinlexikon
Burgund

Die Bourgogne ist eine der ganz großen Weinbauregionen Frankreichs und erstreckt sich im Osten zwischen Jura, Pariser Becken (Champagne) und dem Zentralplateau über 285 km lang. Die offizielle Hauptstadt ist Dijon, aber die Weinhauptstadt ist Beaune. Burgund ist (und das ist keine Abwertung von Bordeaux) die berühmteste Weinregion Frankreichs, denn die Weine waren hier schon lange vorher ein Qualitätsbegriff. Das Gebiet wurde im 5. Jahrhundert vom skandinavischen Volksstamm der Burgunden besiedelt. Bereits seit über 1.500 Jahren wird Wein angebaut. Kaiser Karl der Große besaß hier einen Weinberg, den es unter der Bezeichnung “Charlemagne” noch heute gibt. Burgund bestand ab 879 aus zwei Königreichen und war von 947 bis 1493 ein eigenständiges Herzogtum. Die große Bedeutung der katholischen Kirche für den europäischen Weinbau ist untrennbar mit dem Zsiterzienser-Orden verbunden, der seinen Ursprung in Burgund hat. Im Kloster Citeaux wurde 1098 von Robert de Molesme dieser Orden gegründet und 100 Jahre danach gab es bereits 2.000 Zisterzienserklöster in ganz Europa, unter anderem das berühmte Kloster Eberbach im heutigen Rheingau. Die Mönche verbrachten einen Großteil ihrer Arbeit in den Weinbergen und betrieben diesen mit Eifer und Perfektionismus. Sie experimentierten mit Bodentypen, Rebschnitt, Veredelungen und der Weinbereitung. Ihre größte Leistung war die Konzeption des “Cru” bzw. “Climat”, das heißt Definition eines Weingarten-Teilbereiches, wo der Wein Jahr für Jahr qualitätsmäßig gleich ausfiel. Die Erfahrungen und Kenntnisse daraus kamen allen Ländern zugute, wo dieser Orden tätig war. Unter Herzog Philipp dem Kühnen (1363 - 1404) wurde 1403 das berühmte Hospices de Beaune gegründet, dessen Einkünfte von einem Weinberg stammen und seit nunmehr 600 Jahren für die Alten- und Krankenpflege verwendet werden. Dem Herzog wird zugeschrieben, persönlich eine Spielart der Noirien (Urvater des Pinot Noir) ausgewählt und als zwingende Rebsorte für das Gebiet vorgeschrieben zu haben. Die Geschichte des burgundischen Weinbaus verlief dann in den folgenden Jahrhunderten sehr wechselhaft. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts kam es in Burgund zu einer großen Absatz-Krise und viele große Gutsbesitzer verkauften ihre Weingärten. Zwei burgundische Patrioten gründeten deshalb 1934 die Weinbruderschaft Confrérie des Chevaliers du Tastevin, um die Tradition und die Qualität des Burgunderweines zu wahren und zu fördern. Burgund teilt sich in die folgenden 5 Bereiche:* Beaujolais mit 22.000 ha* Chablis mit 5.000 ha* Côte Chalonnais mit 1.000 ha* Côte d´Or (Côte de Beaune 4.000 ha, Côte de Nuits 1.200 ha) mit 5.200 ha* Mâconnais mit 5.000 ha Graphik: Manfred Becker Über 10.000 Winzer bewirtschaften rund 40.000 ha Rebfläche. Die meisten davon besitzen nur 1 bis 2 ha, deshalb wird Burgund auch als ”Land der kleinen Grundstücks-Besitzer” bezeichnet. Der Boden besteht vorwiegend aus einer Kombination von Kalkstein mit verwittertem Mergel. Wegen der drastisch unterschiedlichen Wetterbedingungen in den einzelnen Appellationen werden im Burgund die Lagen als ”Climat” bezeichnet. Die großen Weingüter heißen hier nicht so wie in der Bordelais ”Château”, sondern zumeist ”Domaine”. Es gibt für alle 200 Appellationen ein einheitliches und allgemein gültiges Klassifizierungs-System

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/