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Weinlexikon
Bordeaux

Die Region Bordeaux kämpft mit Burgund um den ersten Platz der französischen Weinbaugebiete. Die gleichnamige Stadt ist die Hauptstadt des Départements Gironde im Südwesten Frankreichs und eine der schönsten Weinstädte der Welt. Schon im 4. Jahrhundert, als die Stadt noch Burdigala hieß, wurde hier Wein angebaut. Bordeaux gehörte 300 Jahre lang zu England (1154 – 1453) und in dieser Zeit nahm der Weinbau durch den Export nach England und Flandern großen Aufschwung. Ab Ende des 17. Jahrhunderts begann dann in großem Stil eine breitflächige Rebstock-Bepflanzung in Bordeaux, speziell im Bereich Médoc. Aufgrund dieser intensiven und umfangreichen Weingarten-Gründungen wurde damals die geflügelte Bezeichnung “Fureur de planter” (Pflanzwut) geprägt. Dies legte die Basis für die heutigen Rebflächen. Zu den größten und berühmtesten Weingutbesitzern zählte Marquis Alexandre de Ségur, der unter anderem Rebflächen im Médoc und in Graves sein Eigen nannte. Im Jahre 1925 erfolgten durch den Professor für Landwirtschaft Joseph Capus, einem Abgeordneten des Départements Gironde, entscheidende Initiativen bezüglich des Appellations-Systems (siehe unter AC = Appellation Contrôlée), letztlich führte dies in der Folge zur Gründung des Weinbau-Institutes INAO. Bordeaux ist im deutschen Sprachgebrauch auch das Synonym für das gesamte Weinbaugebiet, in dessen Zentrum die Stadt liegt, obwohl die korrekte Bezeichnung Bordelais wäre. Die Bordelais erstreckt sich über das gesamte Département Gironde mit einer Ausdehnung von 105 mal 130 km und einer Rebfläche von über 100.000 ha. Das vom nahen Atlantik und die vielen Flussläufe beeinflusste Klima ist äußerst günstig für den Weinbau. Der Sommer ist nicht zu trocken oder heiß, der Herbst ist sonnig und der Winter ist milde. Der vorwiegend karge und steinige Kiesboden bewirkt, daß sich die Wurzeln der Rebstöcke bis 10 m tief in den Boden graben müssen, um Wasser zu finden. Dadurch können sowohl Trockenperioden, als auch Regenperioden (durch Kiesboden begünstigte Entwässerung) besser überstanden werden. Der steinige Boden dient außerdem als Wärmespeicher.Das große Gebiet wird von Süden her durch die beiden Flüsse Garonne und Dordogne durchflossen. Diese vereinigen sich etwa in der Mitte unterhalb der Stadt Bordeaux zum großen Mündungstrichter Gironde, welcher im Norden das Gebiet in zwei Bereiche teilt. Dies sind auch die bekanntesten Bordeaux-Gebiete. Zum Beispiel auf der rechten bzw. östlichen Seite der Gironde die Bereiche Blaye, Pomerol und Saint-Emilion sowie auf der linken bzw. westlichen Seite die Bereiche Graves, Médoc und Sauternes. Speziell der südliche Teil des Médoc (Haut-Médoc) wird als Prunkstück der Bordelaise bezeichnet, hier wachsen die besten Weine. Auch von den Rebsorten her gibt es Unterschiede, auf der linken Seite dominieren Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, auf der rechten Seite Merlot, Sauvignon Blanc und Sémillon. Die bekanntesten Bereiche bzw. Appellationen in Bordeaux sind:* Blaye mit 2.700 ha* Bourg mit 2.900 ha* Bordeaux Supérieur* Cérons mit 200 ha* Côtes de Castillon* Entre-Deux-Mers mit 2.250 ha* Fronsac mit 1.000 ha* Graves mit 2.700 ha* Lalande de Pomerol mit 900 ha* Loupiac mit 330 ha* Médoc mit 10.000 ha* Pomerol mit 730 ha* Premiéres Côtes de Bordeaux mit 2.300 ha* Saint-Emilion mit 5.000 ha* Sauternes mit 2.000 ha Ein großer Teil der Weine wird unter der umfassenden Appellations-Bezeichnung “Bordeaux” oder “Bordeaux-Supérieur” (höherer Alkohol-Gehalt) produziert. Dies gilt für alle Weine, die aus dem offiziellen Bordeaux-Gebiet kommen, jedoch keine definierte Ortsbezeichnung aufweisen. Grundsätzlich wird jedes Weingut in der Bordelaise, unabhängig der Größe oder der Qualität des dort gekelterten Weines, als Château (Schloß) bezeichnet. Alle großen Weingüter bzw. Weine beginnen mit dieser Bezeichnung. Es werden fast ausschließlich Weine der AC-Klassifikation erzeugt (98%)

Quelle: https://glossar.wein-plus.eu/