Gardasee

Den Lugana finden Weinfreunde heute auf der Speisekarte jedes „Italieners um die Ecke“ – kaum ein anderer Weißwein erfreut sich derzeit einer vergleichbaren Beliebtheit. Doch was steckt eigentlich hinter dem Lieblingswein vom Gardasee? Und wie kam es zu seinem beispiellosen Siegeszug?

Wie die Bayern den Lugana nach Deutschland brachten

Türkisfarbenes Wasser, idyllische Fischerorte und dahinter ein Alpenpanorama, das jeder Postkarte Konkurrenz macht – der Gardasee ist seit Ende des 2. Weltkriegs eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas. Besonders den Bayern hat es die mediterrane Region angetan, erreichen sie doch das italienische Urlaubsparadies in nur vier bis fünf Autostunden. Kein Wunder, dass seit den 50er Jahren immer mehr Bayern Gardasee-Fans geworden sind.

Urlaub am Gardasee und mit dem Kofferraum voll mit Lugana wieder nach Hause

Natürlich schätzten die deutschen Touristen neben der traumhaften Alpenkulisse auch das hervorragende italienische Essen und die guten Weine der Region. Der ein oder andere Münchner brachte auf seiner Rückreise im Kofferraum ein Stück Urlaubserinnerung in Form eines Lugana-Weines mit in die Heimat. Beim nächsten Restaurant-Besuch wollten die Bayern natürlich nicht auf den liebgewonnenen Weißwein zum italienischen Essen verzichten. Die Gastwirte der Pizzeria um die Ecke reagierten auf diese Nachfrage und schon hatte der Lugana seinen Siegeszug durch die Republik angetreten.

Der frische Geschmack der Trebbiano-Trauben prägt den Lugana

An den Hügeln des Gardasees wächst die Trebbiano-Trauben. Sie gehört zu den ältesten Rebsorten Italiens, reift sehr spät und ist besonders frosthart. Der Trebbiano ist die Hauptrebsorte für die Erzeugung des Lugana. Ihr Charakter prägt den frischen und leichten Lugana. An der Grenze zwischen Lombardei und Venetien gedeihen die ertragreichen Reben auf einer sehr kleinen Anbaufläche von weniger als 3.000 Hektar – zum Vergleich: Rheinhessen hat als Weinanbaugebiet eine Fläche von fast 27.000 Hektar.

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Rebstücke mit Blick auf den Gardasee

Aufgrund dieses überschaubaren Anbaugebiets sind die Ertragsmengen limitiert, auch wenn die Beliebtheit des Lugana ungebrochen ist. Seit 1967 besitzt er das Qualitätssiegel DOC. Besonders viele Facetten entwickelt er, wenn beim Ausbau seine übliche Restsüße reduziert wird und so das volle Aroma des mediterranen Klimas und des kalkhaltigen Bodens ausgeschöpft werden kann. Mit seiner strohgelben bis grünlichen Farbe ist der Lugana von keiner italienischen Weinkarte mehr wegzudenken.