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Wie sieht der Alltag einer Weinhoheit aus? Klara Zehnder, fränkische Weinkönigin und deutsche Weinprinzessin 2018 / 2019 gibt uns einen Einblick.

Wer bist Du?

Ich bin Klara Zehnder, 22 Jahre alt und aktuell Deutsche Weinprinzessin. Im „normalen Leben“ studiere ich Romanistik in der Ausprägung Französisch und Spanisch, allerdings ruht das Studium zurzeit, damit ich als Weinprinzessin möglichst viele Termine wahrnehmen kann.

Wo bist Du aufgewachsen?

Aufgewachsen bin ich mitten in den Weinbergen, das Haus meiner Familie „thront“ direkt in der Lage Randersackerer Lämmerberg. Randersacker liegt vor den Toren Würzburgs, ich komme also direkt aus dem geographischen Herzen des Anbaugebietes Franken.

Was macht eine Weinhoheit?

Als Deutsche Weinprinzessin bin ich Sprachrohr für alle deutschen Winzer und Weinerzeuger. Dabei bin ich weltweit auf Messen unterwegs (im April bin ich beispielsweise in Kanada) und halte Seminare oder Vorträge zum Thema deutscher Wein. Im Sommer spielen dann auch Weinfeste in ganz Deutschland eine Rolle, wo wir dann als Gesprächspartner oder Gastredner auf der Bühne stehen.

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Weinhoheiten unter sich: Klara Zehnder und Inga Storck, Pfälzer Weinkönigin und Deutsche Weinprinzessin 2018 / 2019

Wie bist Du zum Wein gekommen?

Wein hat in meinem Leben schon immer eine Rolle gespielt: aufgewachsen in einem traditionsreichen Weinort, die Eltern Nebenerwerbswinzer und der Onkel mit eigenem Weingut. Allerdings kam erst mit dem Amt der Orts-Weinprinzessin von Randersacker das Bewusstsein auf, welchen immensen Einfluss der Wein auf die Kultur, die Landschaft und das Lebensgefühl einer Region hat. Das Amt hat die Leidenschaft zum Wein in mir erweckt und seitdem habe ich viel über den Wein und meine Heimat dazugelernt.

Mit wem würdest Du gerne ein Glas Wein trinken?

Ich würde gerne ein Glas Wein mit meinem Opa trinken, der selbst Winzer war und leider nicht mehr erlebt hat, wie ich Weinprinzessin wurde. Ich denke, er wäre sehr stolz auf mich und wir würden viel über Wein plaudern. Sicherlich hätte er auch viel zu erzählen über den Weinbau von damals.

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Das Moderieren von Verkostungen und Events gehört zu den Aufgaben einer Weinhoheit

Wie sieht der typische Arbeitstag einer Weinhoheit aus?

Das ist eine sehr schwierige Frage, denn einen richtigen Arbeitstag gibt es nicht. Keine Veranstaltung, kein Ort wiederholt sich. Nicht einmal eine Arbeitswoche gibt es so wirklich. Die Arbeitszeiten & -Orte sind sehr flexibel, manchmal reist man von Ort A am nächsten Tag direkt weiter zu Veranstaltung B. Es kommt immer darauf an, welche Veranstaltung wann und wo stattfindet und was die jeweilige Aufgabe ist: Seminar oder Vortrag moderieren, Grußwort/Rede halten, auf Messen den Stand vom Deutschen Weininstitut betreuen… Abwechslungsreicher geht’s eigentlich nicht. Wobei ich natürlich auch dazu sagen muss: die Büroarbeit bzw. das Home Office bleibt auch für eine Weinhoheit nicht aus. 😉

Was planst Du für die Zeit nach Deinem Amt als Weinhoheit?

Die Amtszeit als Deutsche Weinprinzessin geht noch bis Ende September, ab Oktober möchte ich dann ein Duales Studium der Tourismuswirtschaft beginnen. Natürlich möchte ich auch dem Wein treu bleiben und weiterhin einige Veranstaltungen oder Weinproben moderieren. Dieses Amt prägt einen unwahrscheinlich und die Faszination Wein lässt auch eine Quereinsteigerin wie mich dann nicht mehr los. 😉

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Weinhoheit trifft Meisterkoch: Klara Zehnder mit Tim Mälzer

Warum hast Du Dich zur Wahl der Deutschen Weinkönigin gestellt?

An der Wahl zur Deutschen Weinkönigin nehmen automatisch die Gebietsweinköniginnnen der 13 deutschen Anbaugebiete teil. Nachdem ich im März 2018 Fränkische Weinkönigin geworden bin, stand die Wahl zur Deutschen Weinkönigin also auch fest auf meiner Agenda. Es gibt einen Vorentscheid mit allen 13 Kandidatinnen, die besten sechs ziehen ins Finale ein. Aus diesen wird dann die Deutsche Weinkönigin und zwei Deutsche Weinprinzessinnen gewählt. Bei der Wahl muss man unter anderem Fachfragen beantworten und auf der Bühne eine Blindverkostung durchführen. 

Hast Du einen Lieblingswein, wenn ja welcher ist das?

Ich bin Fan vom Traminer, weil ich sein präsentes Bukett toll finde – egal ob trocken oder edelsüß. Abgesehen davon liebe ich auch Silvaner für seine Vielfältigkeit, vom Basic bis zum Spitzenwein kann man sehr viel aus ihm herausholen. Außerdem ist Silvaner aufgrund seiner geringen Säure und zurückhaltenden Aromatik ein prima Essensbegleiter. Wein ist allerdings auch viel „probieren geht über studieren“: jeder Winzer hat seine eigene Handschrift und so schmeckt nicht jede Rebsorte immer gleich. Umso besser, denn dann wird das Verkosten nie langweilig. 😉 

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Immer unterwegs, immer von der Kamera begleitet

Was ist das Beste daran, eine Weinhoheit zu sein?

Das Beste am Amt der Weinhoheit ist, dass man wahnsinnig viel unterwegs ist, auch an Orten, die man vorher nicht kannte oder privat möglicherweise nie besucht hätte. Zum anderen finde ich den Blick über den Tellerrand hinaus sehr spannend, wenn man sich mit Personen anderer Verbände oder Branchen trifft und mit ihnen ins Gespräch kommt. Der Wein ist ein super Bindeglied und kann verschiedenste Menschen zusammenführen, da findet man schnell ein Gesprächsthema. Zudem lernt man viele Winzer der einzelnen Anbaugebiete kennen und erfährt somit immer wieder spannende Sachen über deutschen Wein.

Wie würdest Du einem Außerirdischen erklären, warum er bei seinem Besuch auf der Erde unbedingt ein Glas Wein probieren sollte?

Sie alle kennen es aus dem Urlaub: Wenn man an einen neuen Ort fährt, möchte man am liebsten regionale Spezialitäten probieren. Und die Winzer verstehen es wie kein anderer Beruf, die eigene Heimat bzw. das Terroir im Glas schmeckbar zu machen. Der Wein prägt seit Jahrhunderten das Leben und die Landschaft einer Region, ist also „Botschafter“ eines Gebietes, den man als Gast unbedingt probieren sollte. Außerdem wären die Außerirdischen sicher am Leben auf der Erde und in den deutschen Weinbaugebieten interessiert und wie sollte man besser darüber ins Gespräch kommen, als bei einem Glas Wein?