Wein aus Österreich

Österreichs Weinwelt: Zwischen dem Grünen Veltliner, Bio und den Jungen Wilden

Österreich und Wein: Was kommt einem da zuerst in den Sinn? Grüner Veltliner würde man meinen. Und sonst? Vielleicht noch die Wachau, als bekanntes Weinbaugebiet. Aber wie steht es mit Zweigelt? Schon mal davon gehört? Oder Blaufränkisch, in Deutschland auch als Lemberger bekannt. Mit jungen Winzern, die es geschafft haben, die elterlichen Betriebe zum Erfolg zu führen, und das über die Grenzen des eigenen Landes hinaus, rechnet man vielleicht genauso wenig wie mit einer Weinqualität, die in den letzten Jahren so stark gestiegen ist, dass z. B. Sauvignon Blancs aus der Steiermark in einem Atemzug mit denen aus Marlborough in Neuseeland genannt werden. Außerdem schwappt eine Bio-Welle, die immer größer wird, durch das Land. Doch wie kam es dazu? Was hat es mit dem Nachhaltigkeitstrend auf sich und wofür steht eigentlich DAC?

Districtus Austriae Controllatus … Die Qualität der österreichischen Weine

Zuerst einmal zum vermeintlich Komplizierten: DAC, das steht für „Districtus Austriae Controllatus“ … was für ein Zungenbrecher. Im Grunde verbirgt sich dahinter aber lediglich die Aussage: geprüfter gebietstypischer Qualitätswein aus einem bestimmten Gebiet. 13 solcher Gebiete gibt es in Österreichs Bundesländern Niederösterreich, Steiermark, Burgenland und Wien. Jedes Gebiet hat über Jahre eine herkunftstypische Weinstilistik definiert und diese gesetzlich verankert – ähnlich den großen Weingebieten der Welt (Barolo, Chablis, Rioja). Das bedeutet, dass wir im Weinregal neben Bordeaux und Barolo österreichische Weine mit Herkunftsbezeichnungen wie Kamptal DAC, Eisenberg DAC oder künftig auch Südsteiermark DAC finden. Diese Entwicklung zeigt, dass es die Österreicher ernst meinen mit dem Streben nach Qualität. Ein weiteres Indiz dafür sind die gestiegenen Durchschnittspreise für österreichischen Wein, die auch Konsumenten im Ausland immer häufiger zu zahlen bereit sind. Außerdem sind Österreichs Weinfachleute fleißig dabei, das Image des österreichischen Weins als hochwertiges Nischenprodukt weiter zu stärken. Eine Nische in der Nische stellt das Thema Bio und Biodynamie dar. In Österreich werden inzwischen 13 % der Weinbaufläche entweder biologisch oder sogar biodynamisch bewirtschaftet. Damit zählt das Weinland Österreich mit zu den stärksten Bioerzeugern überhaupt. Die Frage ist jetzt nur: Wo ist da der Unterschied?

 

Wein aus Österreich

Biologisch oder doch lieber noch den dynamischen Teil mit dazu nehmen?

Wein biologisch anbauen. Das klingt erstmal logisch, handelt es sich doch um ein sehr natürliches Produkt. Allerdings hat der Weinbau in den letzten 30 bis 40 Jahren sehr unter hohen Produktionsniveaus gelitten und musste damit einhergehende starke Einsätze von Düngemitteln verkraften. Mit dem biologischen Weinbau möchte man ein Stück mehr zurück zur Natur und dem Natürlichen. Zugelassen sind daher nur ganz bestimmte Düngemittel, die meist pflanzlichen Ursprungs sind. Die Biodynamie geht noch einen Schritt weiter. Es geht um eine ganzheitliche Betrachtung des Betriebes. Verwendet werden u. a. selbst hergestellte Präparate, die nach Mondphasen ausgebracht werden. Klingt verrückt? Ist es auch … aber gute Weine kommen dabei trotzdem raus.

Jung, wild und unverblümt

Den guten Weinen haben sich auch die „Jungen Wilden“ verschrieben. Natürlich bewirtschaften nicht alle österreichischen Jungwinzer ihre Weinberge biodynamisch, aber viele bauen ihre Weine inzwischen biologisch aus, und das mit Überzeugung. Aber was verbirgt sich hinter dem Ausdruck: die „Jungen Wilden“? Das sind Weinmacher wie die Geschwister Gruber, die das Weingut Gruber Röschitz leiten und seit 2016 sogar biologisch bewirtschaften. Oder Ingrid Groiss, die den elterlichen Betrieb 2010 übernahm und mit ihrem klassisch geradlinigen Stil sowohl national als auch international für Furore sorgt. Diese neue, junge Generation von Winzern bringt Österreichs Weine weiter nach vorne. Durch gute Ausbildung und ausgestattet mit einem Blick über den eigenen Tellerrand, sind sie mutig genug neue Ideen einzubringen und umzusetzen. 2016 beispielsweise gewann das Weingut Pfaffl für seine herausragende Arbeit den Preis „European Winery of the Year“, verliehen vom US-Magazin „Wine Enthusiast“. Ein weiterer junger, unkonventioneller „Wilder“ ist Hannes Reeh. Mit seinen „Unplugged“-Weinen steht er zum einen für Naturbelassenheit, da sie spontan vergoren und ohne Schönungsmittel und Enzyme vinifiziert wurden. Zum anderen steht er aber auch für bemerkenswerte österreichische Rotweine, seine Spezialität.

Hannes Reeh, bekannter Winzer aus Österreich

Zweigelt, Blaufränkisch und das schöne Burgenland

Tja, aber was ist denn jetzt Zweigelt? Zweigelt ist DIE Rotweinrebsorte Österreichs. Sie ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent und besticht durch vollmundige Sauerkirscharomen und kräftige Tannine. Des Öfteren wird Zweigelt als Cuvée-Partner eingesetzt, wo er gerade mit dem charaktervollen Blaufränkisch richtig gut harmoniert. Blaufränkisch ist die zweitwichtigste rote Rebsorte Österreichs und, wie eingangs schon erwähnt, in Deutschland als Lemberger unterwegs. Sie, wie der Zweigelt auch, fühlt sich im südlichen Burgenland besonders wohl.

Rund um den Neusiedler See gelegen, ist das Burgenland mit seinen vier DAC-Gebieten generell ein exzellentes Gebiet für körperreiche Rotweine. Das liegt vor allem am kontinentalen Klima und den charakteristischen Böden, die facettenreiche, aber immer ausdruckstarke Rotweine hervorbringen.

So hat jedes der 13 DAC-Gebiete Österreichs seinen ganz eigenen Charme. Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf das kleine Nachbarland mit den großartigen Weinen zu werfen.

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