Schon seit dem 17. Jahrhundert begleitet uns der Korkenzieher als unverzichtbares Accessoire beim Wein trinken. Um diese Zeit wurde es immer geläufiger, Flüssigkeiten wie Wein, Bier und Parfüm sowie feste Kräuter und Gewürze in Glasflaschen aufzubewahren und zu verkaufen. Die Glasflaschen wurden klassisch mit einem Korken verschlossen. Also musste auch ein Werkzeug her, um diesen wieder aus dem Flaschenhals zu ziehen – hier beginnt die Geschichte des Korkenziehers.

Das Vorbild für den ersten Korkenzieher war ein Reinigungsinstrument für damalige Schusswaffen, deren Form des Laufes an einen Flaschenhals erinnerte. So entstand die typische Form der sogenannten „Wendel“, die sich in den Korken schraubt. Besonders effektiv ist diese übrigens nur, wenn sie eine „Seele“ besitzt – wenn also in der Mitte der Wendel ein Hohlraum besteht. Damit wird sichergestellt, dass der Korken nicht zerbröselt beim Herausziehen.

Heutzutage hat sich das erste Patent, das ein Pfarrer aus Oxford 1795 eingereicht hat, reichlich weiterentwickelt. Nicht nur als Werbegeschenk ist der Korkenzieher sehr beliebt. Viele tüfteln auch einfach gerne an dem unverzichtbaren Accessoire herum, um das Beste aus seiner Funktion herauszubekommen. So kann man heute aus einer Vielzahl von Korkenziehern wählen, die sich mal mehr, mal weniger von der ursprünglichen Variante unterscheiden.

Der Ursprung: der T-Korkenzieher

Der T-Korkenzieher ist die erste Version des viel benutzten Werkzeugs. In seiner Aufmachung ist er sehr einfach: er besteht aus einer Wendel, an die ein dazu senkrechter Griff angebracht ist. Diese Korkenzieher-Art ist zwar immer noch die gängigste, ist aber auch mit einem großen Kraftaufwand und einer höheren Beschädigungsgefahr der Flasche verbunden. In der Geschichte des Korkenziehers bildet dieser Öffner den Ursprung!

Der Klassiker: das Kellnermesser

Seit langem beliebt in der Gastronomie und unter den Sommeliers ist das Kellnermesser. Besonders praktisch: dieser Öffner verfügt über ein kleines Messer, womit die Plastikkapsel über dem Korken entfernt werden kann. Auch das Öffnen an sich wird einem durch den meist zweiteiligen Hebel einfacher gemacht, was vor allem der hektischen Gastronomie zugute kommt.

Der Liebling: der Flügelkorkenzieher

Dieser Korkenzieher gehört wahrscheinlich zur Grundausstattung jedes Haushalts heutzutage. Durch seine besondere Form kann der Flügelkorkenzieher nicht vom Flaschenhals abrutschen und gehört damit zu den sichersten Öffnern. Auch hier wird wenig eigene Kraft gebraucht; die Hebelfunktion der Flügel übernimmt das schon. Einfach Wendel in den Korken drehen und die Flügel nach unten drücken: Flasche offen!

Der Altmodische: der Glockenkorkenzieher

Der Glockenkorkenzieher war tatsächlich die Erfindung eines Deutschen in den 60-er Jahren: Heinrich Ehrhardt entwickelte den Korkenzieher weiter und gab ihm einen neuen Mechanismus. Zuerst wird der Griff des Korkenziehers nach unten gedreht, sitzt er fest auf der Flasche, wird das obere Gewinde mit Korken aus der Flasche gedreht. Dieser Umkehrmechanismus funktioniert aber nur, wenn die Wendel nicht durch den kompletten Korken durchgedreht wird!

Die Neuheit: der Überdruckkorkenzieher

Als technische Neuheit reiht sich der Überdruckkorkenzieher zwischen seinen Kollegen ein: dieser Öffner nutzt wie die anderen keine Wendel, um den Korken aus der Flasche zu befördern! Stattdessen wird über eine kleine Nadel Gas in die Flasche geleitet, sodass der Korken durch den Druck aus der Flasche geschoben wird. Und keine Sorge – das Gas beeinflusst natürlich nicht den Trinkgenuss!

Die Geschichte des Korkenziehers…

wird mittlerweile in zahlreichen Museen ausgestellt! Das erste Museum für Korkenzieher ist in der Provence zuhause und stellt über 1.000 Objekte aus. Aber auch in Deutschland gibt es seit 2003 im Kaiserstuhl ein Museum für Korkenzieher. Ein besonderes Ziel für Sammler und Weinliebhaber!

Und sollten Sie doch mal das Problem haben, dass sie Ihren Korkenzieher zuhause nicht wiederfinden, haben wir hier einige Tipps, wie Sie die Flasche auch ohne öffnen können!

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