Der Weg zum Weinkenner Teil 2 Weinprobe Weinschule

Nehmen Sie sich Zeit

Um sich einen Eindruck vom Wein zu verschaffen, müssen Sie ihm etwas Zeit geben. Ein bisschen Luftkontakt nach dem Öffnen ist gut. Währenddessen können Sie ihn etwas schwenken und ihre visuellen Eindrücke sammeln. Auch beim Verkosten können Sie es langsam angehen lassen. Achten Sie auf die Farbe, den Duft und den Geschmack des Weins. In dieser Reihenfolge. So genießen Sie ihn mit allen Sinnen. Im Folgenden liefern wir Ihnen ein paar Aspekte zur Betrachtung eines Weins.

Los geht’s mit dem ersten Eindruck

Der erste Blick aufs Glas gehört dazu. Wie hell und durchscheinend oder dunkel und dicht ist die Farbe? Glänzt der Wein oder ist er stumpf?

  • Die Farbe zeigt das Alter eines Weins an: Bei Weißweinen deuten grüne Farbanteile auf einen jungen Wein hin, bei Rotweinen sind es die blauen. Ein zunehmender Braunanteil ist bei beiden Zeichen für die einsetzende Reife.
  • Bei Rotweinen deutet eine besonders dichte, tiefe Farbe auf viel Tannin (die Bitterstoffe im Wein) hin: je undurchsichtiger und dichter, desto mehr Grip hat der Wein am Gaumen.
  • Die „Kirchenfenster“ am Glasrand beim Schwenken weisen einen Wein mit viel Alkohol hin.
  • Geht es um Sekt oder Champagner, ist es ein gutes Zeichen, wenn er anhaltend perlt und die Perlen schön fein sind.

Als Faustregel gilt: die Farbe korrespondiert mit der Intensität des Weins. Wenn Sie also nach einem leichten frischen Weißwein suchen und einen goldgelben viskosen Wein im Glas vorfinden, dann ist was schiefgegangen. Wenn er Sie dagegen transparent anstrahlt und grüne Reflexe auf der Oberfläche zeigt, liegen Sie vermutlich richtig.

Die „Nase“: gefällt der Duft?

Nachdem Sie das Glas geschwenkt haben, verschaffen Sie sich einen Eindruck vom Geruch und schnuppern Sie erst einmal dran: Mögen Sie ihn? Was fällt Ihnen auf?

  • Duftet er eher fruchtig oder eher würzig?
  • Gibt es noch andere Eindrücke? Vielleicht wurde der Wein in Holzfässern (Barriques) ausgebaut. Das macht sich durch Röstaromen (wie Espresso), aber auch durch Vanilleduft bemerkbar …
  • Ist er intensiv oder zurückhaltend?
  • Ist er komplex, zeigt also viele verschiedene Aromen, oder bleibt er eindimensional?

Jetzt aber: Probieren!

Als drittes nehmen Sie den ersten Schluck in den Mund und sammeln sich kurz:

  • Hält der Wein ein, was seine Nase verspricht? Oder ist er im Geschmack ganz anders?
  • Ist er süß oder trocken?
  • Ist eine Eigenschaft „vorlaut“ oder stehen die nicht-flüchtigen Inhaltsstoffe im Wein Süße, Säure, Alkohol und Extrakt ineinem harmonischen Verhältnis?
  • Fühlt er sich viskos oder dünn an?
  • Prüfen Sie, ob sie einzelne Frucht- oder Würz-Aromen identifizieren können.
  • Und zum Schluss: Spüren Sie dem Wein nach. Hat er einen langen oder eher kurzen Nachklang und sind seine Aromen bis zum Schluss präsent?

Eins ist für jede Weinprobe klar: ein zweiter, dritter oder vierter Schluck ist nie verkehrt…

Wir wünschen  viel Vergnügen!
In der nächsten Folge geht es um die „Großen Rebsorten der Welt“.