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Tag 7 – Lodi, der Zinfandel und die Inland Valleys

Am siebten Tag geht es in die so genannten Inland Valleys, genauer gesagt nach Lodi und dessen Ortsteil Woodbridge. Dort entstand der Weinbau im Zuge des Goldrauschs des 19. Jahrhunderts. Mit dem Auffinden der ersten Goldadern kamen jede Menge Glücksucher und später die ganze Infrastruktur. Da das junge Amerika durstig war, hat man in den Valleys schnell Reben angepflanzt, von denen manche noch heute stehen. Es sind vor allem alten Zinfandel-Rebstöcke, die die Jahrzehnte überdauert haben. Und für diese alten Zinfandel-Stöcke, die ähnlich wie Buschweiden geschnitten werden, ist Lodi auch bekannt. Es sind die Gnarly Heads, die hier rund um die Stadt stehen.

Peirano Estate

Morgens treffe ich Lance Peirano, der schon in vierter Generation das familieneigene Weingut leitet, das genau für diese Zinfandel bekannt ist. Lance „will work for wine“ Peirano ist ein kalifornischer Vollblutwinzer, der, wie so viele hier, von italienischen Einwanderern abstammt. Nicht durch Zufall ist auch der Ortsname Lodi ein italienischer. Giacomo Peirano kam 1879 mit einer Handvoll Dollar ins Tal und seine Geschichte ist typisch für die damalige Zeit. Er sah schnell, dass er mit dem Goldsuchen nicht mehr reich werden würde, er sein Geld aber als Händler verdienen könnte, denn davon gab es zu wenig. Mit fünfzig Dollar gründete er seinen Laden und ein Jahr später hatte er schon so viel verdient, dass er zurück nach Genua reisen konnte, um seine Verlobte zu heiraten. Er hatte die Idee, Rebstöcke mit zurück in die USA zu bringen. Und so wurde er einer der ersten, die Zinfandel in Lodi pflanzten. Ein Relikt dieser Zeit ist Lances „Immortal Zin“ von über hundert Jahre alten Rebstöcken.

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Woodbridge

Woodbridge

Während in Napa die Spitzenweine des Landes entstehen, sind die großen Weingärten rund um Lodi und Woodbridge bekannt für ihre value-for-money-wines. Als Robert Mondavi in den 1960er Jahren damit begann, Weine zu produzieren, ging er zunächst ins Napa-Valley, obwohl er aus Lodi stammt. Damals war Kalifornien noch ein völlig anderes Weinland. Es gab noch keine nennenswerte Qualitätswein-Produktion. Robert Mondavi gehörte zur kleinen Avantgarde, während um die kleine Truppe herum nur jug wine, also billigster Massenwein produziert. Mit dem Judgement of Paris hat sich das komplett verändert und die amerikanische Bevölkerung bekam über den Umweg über Frankreich mit, dass kalifornische Weine mittlerweile nicht nur trinkbar sondern richtig gut waren. Das führte dazu, dass Robert Mondavi 1979 in seiner Heimatstadt Lodi, bzw. im Ortsteil Woodbridge die gleichnamige Winery eröffnet hat. 32 verschiedene Weine entstehen heute bei Woodbridge, und sie sind auf der ganzen Welt bekannt. Neben den Klassikern wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Zinfandel, Chardonnay oder White Zinfandel gibt es längst auch Sorten, die für Kalifornien weniger typisch sind, aber sehr gut funktionieren. Malbec zum Beispiel, oder Viognier, Verdelho oder Tempranillo. Und tatsächlich, es ist immer good value for money.

Fotos © Svenja Schwieger

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