Raumland gehört zu den besten Sektherstellern in Deutschland. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1984 von Volker Raumland gegründet. Direkt nach seinem Önologie und Getränketechnologie Studium im Geisenheim, wo die Idee einer Sektkellerei entstanden war, gründete Volker Raumland den nach ihm benannten Betrieb. Er wollte die damals vorhandene Marktlücke eines Winzersektes schließen und vermarktete seine Sekte schließlich selbst. Nach der Herstellung einiger Grundweine und nach ersten Experimenten war der Grundstein für den Erfolg gelegt und dauert bis heute an. Wir haben ihn zum Interview gebeten.

Was ist Ihre erste mit Wein verbundene Erinnerung?

Auf dem Weingut meiner Eltern aufgewachsen, bin ich sowohl mit dem Wein als auch mit dem Weinbau schon sehr früh in Berührung gekommen. Allerdings ist das schon so lange her, dass ich mich kaum daran erinnern kann was der erste Wein war, den ich getrunken habe. Gut kann ich mich noch an die hervorragenden Ernten der Jahre 1971 und 1976 erinnern.

Was ist Ihre Philosophie als Winzer?

Meine Philosophie ist es, aus dem Variantenreichtum unserer Rebsorten, den traditionellen Verfahren und den heute verfügbaren Möglichkeiten das Optimum zu erreichen. Das ist unsere Vision, die täglich neu herausfordert. Guter Geschmack ist nicht objektiv – er ist nicht messbar. Es hat viele Jahre Geduld und unzählige Versuche erfordert, um mit kleinen Schritten dem großen Ziel näher zu kommen. Ich möchte mit unseren Sekt Menschen berühren! Zudem habe ich mir vor 30 Jahren schon das Ziel gesetzt, Sekt in Deutschland imagemäßig wieder dahin zu bringen, wo er vor ca. 100 Jahren schon mal war und somit etwas mehr Selbstbewusstsein der Sektmacher für flaschenvergorene deutsche Sekte zu erlangen

Was macht Ihnen an der Arbeit mit Wein / Sekt die größte Freude?

Zu erleben wie aus einem stillen Wein ein schäumender wird und dann zu erfahren wie die Grundweine heute schmecken müssen, damit nach erfolgter 2. Gärung die Sekte in 5-10 Jahren auf der Hefe immer noch jung, frisch und elegant sich präsentieren.

Was war bis jetzt Ihr größtes Erfolgserlebnis als Winzer?

Mein größtes Erfolgserlebnis, das mir bis heute in schöner Erinnerung bleibt, war die – für mich – allererste Gaullt Millau Preisverleihung im Weingut Robert Weil im Rheingau im November 2004. Dort wurde ich zum ersten Mal für den besten Winzersekt Deutschlands ausgezeichnet: 2000er Pinot Blanc de Noirs Prestige Brut. Das hat mich gefreut, berührt und bis heute stolz gemacht.

Womit sollen Weintrinker den Namen Raumland verbinden?

Mit den besten Sekten Deutschlands, die internationale Anerkennung finden.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Winzerleben, die sie gerne erzählen?

Eine schöne Anekdote ist, wie der Name unseres TOP Produktes „MonRose“ entstanden ist. Unsere ersten Sekte haben wir damals schon nach unseren Töchtern Marie-Luise und Katharina benannt. Nach 20 Jahren kam dann irgendwann Klaus-Peter Keller aus Flörsheim-Dalsheim zu mir und sagte: Wieso hast du eigentlich keinen Sekt, der nach deiner Frau benannt ist? Da Cuvée Heide-Rose doch komisch klang, entschieden wir uns für „MonRose“. Mittlerweile ist diese Cuvée unser hochwertigstes Produkt, wohingegen die Cuvées, die nach unseren Töchtern benannt sind, den Einstieg in unser Sortiment abbilden. Das war reiner Zufall und hat sich aus der Historie heraus ergeben. Dennoch müssen darüber immer noch schmunzeln.

Gibt es einen Raumland Sekt der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Alle Sekte liegen mir am Herzen, vor allem die Burgunderfamilie wie z.B. die beiden Sekte, die wir nach unseren Kindern benannt haben: Cuvée Katharina Brut Nature und Cuvée Marie-Luise Brut.

Gibt es einen anderen Winzer den Sie besonders schätzen?

Es gibt sehr viele Winzerpersönlichkeiten, die ich hoch schätze! Einen einzelnen hier zu nennen ist für mich schwer.

Volker Raumland mit seinen Töchtern Marie-Louise (rechts) und Katharina (links).

Haben Sie für das Weingut Raumland eine Vision für die kommenden Jahre?

Unsere Wein (bzw. Sekt-)qualitäten und unsere Philosophie weiter zu optimieren. Daran arbeiten gerade unsere beiden Töchter Marie-Luise und Katharina, damit in unserer Region bei der Klimaverschiebung in Zukunft  auch weiterhin noch hervorragende Sektgrundweine geerntet werden können.

Gibt es einen Traum, den Sie als Winzer noch verwirklichen möchten?

Einen Traum, den ich noch gemeinsam mit meiner Familie verwirklich möchte, ist der in naher Zukunft lang geplante Kellerneubau.

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