Dirk Niepoort leitet das Weingut Niepoort in 5. Generation und gilt als der wohl innovativste Winzer Portugals. 1987 ist er in das Weingut der Familie eingestiegen und hat einen beispiellosen Umbruch begonnen. Bis Dirk Niepoort in die Geschicke des Unternehmens eingriff, wurde ausschließlich Portwein erzeugt, bald nach seinem Einstieg ergänzten Rot- und Weißweine das Portfolio. Heute steht Niepoort für Portweine von überragender Qualität, und „Fabelhaft“ ist der vielleicht bekannteste Wein Portugals. Besonders stolz sind wir darauf, dass Dirk Niepoort mit dem „Einzigartig“ dem 55-jährigen Jubiläum von HAWESKO einen exklusiven Wein gewidmet hat. Es gibt reichlich Gründe, den bekanntesten Winzer Portugals zum Interview zu bitten.    

Was ist Ihre erste mit Wein verbundene Erinnerung?

Die erste Erinnerung kann ich nicht mehr klar zuordnen, aber die erste wirklich prägende war bei einer Reise in das Douro Tal zu viel gärenden Traubensaft zu trinken und danach unter einer arg beschleunigten Verdauung zu leiden.

Was ist Ihre Philosophie als Winzer?

Weniger ist mehr. (Anm. der Redaktion: Dirk Niepoort ist darum bemüht sowohl im Weinberg als auch in der Weinbereitung so wenig wie möglich in die natürlichen Prozesse einzugreifen und Einfluss zu nehmen – mehr dazu auch in der nächsten Antwort.)

Was macht Ihnen an der Arbeit mit Wein die größte Freude?

Der Versuch, den Weinberg zu verstehen und die Weine auf möglichst natürlich Art entstehen zu lassen, damit der Weinberg mit allen seinen Gegebenheiten und seiner Geschichte im Wein zum Ausdruck kommt. 

Was war bis jetzt Ihr größtes Erfolgserlebnis als Winzer?

Der Jahrgang 1987 (Anm. der Redaktion: 1987 war der erste Jahrgang, an dem Dirk Niepoort nach Beendigung seiner Lehr- und Studienjahre und dem offiziellen Eintritt das Familienunternehmen beteiligt war. Der junge Dirk Niepoort brachte als Querdenker und Innovator viele neue und damals als unkonventionell geltende Ideen in die Weinbereitung ein und hatte es sicherlich nicht immer leicht sich gegen die ältere Generation durchzusetzen) 

Womit sollen Weintrinker den Namen Niepoort verbinden?

Respekt vor dem Weinberg. Einklang mit der Natur. Harmonie.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Winzerleben, die sie gerne erzählen?

1987 hat mein Vater das Weingut Quinta de Nápoles erstanden, um dort Portwein zu erzeugen. Der Kauf dieses Weingutes entsprang aber leider eher der Bequemlichkeit meines Vaters, als der Tatsache, dass es sich wirklich gut zur Erzeugung von hochwertigem Portwein eignete. Das war für mich ein mehr als willkommener Anlass, das Weingut zur Rotweinerzeugung zu nutzen – ein Feld in dem die Familie Niepoort sich bis dahin nicht betätigt hat.

Im Keller der Quinta de Nápoles begann für Niepoort die Geschichte der Rotweinerzeugung

Gibt es einen Niepoort Wein der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Zu viele um sie alle zu nennen. Aber der Jahrgang 2017 ist ganz besonders, da er uns mit der großen Hitze und rekordverdächtig geringen Niederschlägen vor eine extreme Herausforderung gestellt hat.

Gibt es einen anderen Winzer, den Sie besonders schätzen?

Wilhelm Haag (einer der berühmtesten Mosel-Winzer.) und Jean-Paul Jamet (Winzer der Domaine Jamet in der Nordrhône, einem der Spitzenbetriebe der gesamten Rhône)

Haben Sie für das Weingut Niepoort eine Vision für die kommenden Jahre?

Ich möchte mit das „Nat‘ Cool“ Konzept, für das sich verschiedene Winzer aus Portugal und anderen Ländern zusammengetan haben, weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, Weine zu erzeugen die einen niedrigen Alkoholgehalt haben, Terroir-fokussiert und mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur entstanden sind. Dabei sollen die Weine Spaß machen und für den Konsumenten leicht zugänglich sein. Die Weine werden in Literflaschen abgefüllt, weil man immer gerne ein weiteres Glas trinken möchte. 

Für die Zukunft setzt Dirk Niepoort auf das Nat’Cool Konzept

Gibt es einen Traum, den Sie als Winzer noch verwirklichen möchten?

Ich möchte einen Wein im Anbaugebiet Colares, das direkt an Atlantik liegt, erzeugen.

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