Das Weingut Sartori im Veneto blickt auf eine über 120 Jahre alte Geschichte zurück. Heute gehört der Betrieb um Andrea Sartori zu den größten und wichtigsten der italienischen Region zwischen Venedig und dem Gardasee. Über Generationen hinweg arbeitete sich das Weingut mit Top-Erzeugnissen wie dem Valpolicella oder dem Amarone an die Spitze der internationalen Weinwelt. Wir wollen mehr über das Erfolgsgeheimnis des Weingutes erfahren und haben Andrea Sartori zum Interview gebeten.

Was ist Ihre erste mit Wein verbundene Erinnerung?

Als ich 12 Jahre alt war, bin ich immer mit meinem Motorrad durch die Weinberge gefahren und verfolgte dabei gespannt die Ernte und die Verarbeitung des Weins. Dadurch lernte ich viel über die einzelnen Phasen der Weinproduktion und ich hatte direkten Kontakt zu den Menschen, die auf unserem Weingut arbeiteten.

Was ist Ihre Philosophie als Winzer?

Ich glaube, der Kern von Innovation ist und bleibt Tradition – auch wenn wir uns auf neue Erfahrungen und neue Techniken fokussieren, will ich nicht den allgemeinen Trends nachgeben, die gerade das Weingeschäft und seinen Stil bestimmen. Wir wollen die Eleganz unserer Weine beibehalten und das ist eben manchmal nur gewährleistet, wenn wir auf unsere Traditionen vertrauen. Ich will damit nicht sagen, dass sich unsere Weine in den letzten 20 Jahren nie verändert haben, aber wir behalten immer im Hinterkopf, dass wahre Eleganz niemals aus der Mode kommt. 

Was macht Ihnen an der Arbeit mit Wein die größte Freude?

Die Menschen in der Weinwelt. Diese Menschen haben mich auch im Endeffekt davon überzeugt, für die Firma zu arbeiten. Sie sind unfassbar interessante Persönlichkeiten mit einem besonderen Charakter. Außerdem gefällt es mir, dass ich in diesem Beruf mit vielen verschiedenen Menschen aus aller Welt zusammenarbeiten kann. 

Was war bis jetzt Ihr größtes Erfolgserlebnis als Winzer?

Ich habe dem Weingut Sartori geholfen, sich in ein globaleres Unternehmen zu verwandeln – heutzutage sind wir in bis zu 80 Ländern vertreten und 75% unserer Produktion wird ins Ausland geliefert.

Womit sollen Weintrinker den Namen Sartori verbinden?

Ich hoffe, dass sie den Namen Sartori mit der Stadt Verona in Verbindung bringen, die ich persönlich so sehr liebe. Verona ist eine der schönsten und elegantesten Städte der Welt, weshalb wir uns auch so sehr mit dem Begriff „Sartori di Verona“ identifizieren. Mehr muss man über unsere Beziehung zu dieser Stadt, glaube ich, nicht wissen.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Winzerleben, die Sie gerne erzählen?

Vor langer Zeit (sehr langer Zeit) erzählte mir einer unserer Winzer, dass man eigentlich nur sehr wenig über den Prozess der Weinherstellung weiß, da jeder Jahrgang eine neue und ganz eigene Geschichte erzählt. Ich war damals so verwundert, so etwas von einem sehr erfahrenen Winzer zu hören, doch heute weiß ich ganz genau, was er meint.

Gibt es einen Sartori Wein, der Ihnen besonders am Herzen liegt? 

Der Regolo, ein Rotwein den wir in den 80er Jahren begannen zu produzieren und der meinem Großvater Regolo gewidmet ist. Er war der wichtigste Mensch in unser aller Leben und er war auch derjenige mit der Vision, dass das Weingeschäft die Zukunft unserer Familie wäre. Leider konnte ich ihn nie persönlich kennenlernen, da er schon früh verstorben ist – trotzdem ist er für mich eine mythische Persönlichkeit und ich bin stolz darauf, in Gedenken an ihn unseren Wein zu produzieren.

Gibt es einen anderen Winzer den Sie besonders schätzen? 

Es gibt zu viele tolle Winzer, als dass ich sie hier alle nennen könnte. Allgemein beeindrucken mich aber vor allem die chilenischen Winzer, da sie als sehr junges Land im Weingeschäft qualitativ hochwertigen Wein produzieren. 

Haben Sie für das Weingut Sartori eine Vision für die kommenden Jahre?

Ich will weiterhin unseren globalen Handel ausbauen, wir entdecken gerade sehr viele neue, interessante Märkte, die wir gerne mit unserem Wein versorgen würden. 

Gibt es einen Traum, den Sie als Winzer noch verwirklichen möchten?

Ironischerweise würde ich, obwohl ich hauptsächlich Rotwein trinke, gerne einen Weißwein produzieren, der länger reift und mehr Struktur sowie Persönlichkeit dadurch bekommt. Einige meiner Freunde sagten mir einmal, „Im Endeffekt Andrea… willst du doch eigentlich nur einen Weißwein herstellen, der wie ein Rotwein schmeckt!“ Wer weiß, vielleicht haben sie ja recht. 

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