Wein-Magazin

Weinschule

Rebenkunde - Weiße Rebsorten

Weltweit werden mehr rote als weiße Trauben angebaut - auch wenn die Nachfrage nach Weißwein derzeit größer ist. Denn rote Trauben lassen sich nicht beliebig gegen weiße austauschen. Weißweine brauchen zum Beispiel Säure. Es kommt also darauf an, die Säure in den Beeren zu erhalten. Das gelingt am Besten in den Grenzregionen des Weltweingürtels oder in höheren Lagen am Hügel - dort wo es zwar tags warm, aber nachts so kühl ist, dass die Säure nicht veratmet wird. Rotweine brauchen dagegen wärmere Lagen.
Chardonnay
Noble Rebsorte, die mit großer Sicherheit aus dem Burgund stammt. Inzwischen ist sie weltweit verbreitet und bringt ebenso feine wie gewöhnliche Weißweine hervor, je nach Standort, Klon und Pflege. Unter allen weißen Rebsorten verzeichnete sie in den letzten 20 Jahren die größten Zuwächse. Der Erfolg der Chardonnay-Traube beruht darauf, dass sie auf nahezu jedem Bodentyp ansprechende Qualitäten hervorbringt. Sie treibt früh aus und darf nicht zu spät gelesen werden, weil sonst die Säure absinkt.
Chenin Blanc
In Frankreich beheimatete und wegen ihrer hohen Erträge beliebte Weißweinrebsorte (Anjou und Touraine an der unteren Loire), aus der einfache Weine gewonnen werden. Teilweise werden diese Weine mit Restsüße und schäumend ausgebaut. In besten Lagen werden aus der Chenin Blanc jedoch kraftvolle, äußerst langlebige Weißweine mit markanter Säure erzeugt. Außerhalb Frankreichs wird die Sorte vor allem in Südafrika angebaut. Dort heißt sie teilweise noch Steen
Garganega
Von dieser ertragreichen, weißen Rebsorte gibt es zahlreiche Spielarten und Klone. Mit rund 13.000 ha ist sie die fünftmeist angebaute Weißweinrebe Italiens. Angebaut wird sie vor allem in Friaul, Umbrien und Venetien. In Venetien begründete sie den Ruhm der Soave-Weine, hier werden aus ihr der DOCG Recioto di Soave und der DOC Gambellara gekeltert. Die Rebsorte erbringt feine, duftende Weine mit Zitronen- und Mandel-Bouquet.
Grauburgunder
Populäre Weißweinsorte aus der viele einfache, aber auch einige gehaltvolle und gelegentlich feine Weine gewonnen werden. Die wichtigsten Verbreitungsgebiete sind Frankreich (besonders das Elsass, wo sie Pinot Gris oder Tokay genannt wird), Deutschland und Italien (wo sie Pinot Grigio heißt). In Venetien und im Trentino werden aus ihr sorten-untypische, aber kommerziell sehr erfolgreiche Weine erzeugt. Die Beeren haben teilweise einen rötlichblauen Schimmer, was ein Beleg dafür ist, dass die Sorte von der Pinot Noir (Blauburgunder) abstammt.
Prosecco
Die spätreifende weiße Rebsorte ist vor allem in der italienischen Region Venetien in den Bergen um Treviso verbreitet. Sie war schon den Römern bekannt, die aus ihr den Wein Pulcinum kelterten. Die auch als Tondo oder Balbi bezeichnete Rebe stammt wahrscheinlich aus Friaul, wo es einen Ort namens Prosecco gibt. Als zweiter Ursprung wird der Bereich Colli Euganei in der Nähe von Verona vermutet, wo die Sorte Serprina genannt wird. In Argentinien gibt es ebenfalls geringe Bestände. Sie liefert einen gerbstoffreichen, strohgelben bis hellgoldenen Wein mit einem nussähnlichem Geschmack. Obwohl durchaus weiße Stillweine aus ihr erzeugt werden können, wird der Begriff „Prosecco“ heutzutage hauptsächlich mit zart-fruchtigen Perl- und Schaumweinen assoziiert. Charakteristisch ist der feine Bitterton im Nachklang.
Riesling
Anspruchsvolle, spätreifende Sorte, die in kühlen Anbaugebieten besonders feine Weine ergibt. Das Hauptverbreitungsgebiet der Riesling-Traube ist Deutschland und das Elsass. Aber auch in Österreich und auf ganz kleiner Fläche in Australien und Kalifornien wird die Sorte angebaut. Riesling-Weine haben, auch wenn sie spät gelesen werden, stets eine betonte Säure. Sie sind extraktreich und ausgesprochen langlebig. Wegen der dicken Beerenhaut ist der Riesling gegen Fäule ziemlich resistent – Voraussetzung für die Erzeugung edelsüßer Beerenauslesen. Im Vergleich zu anderen Sorten verliert sie auch bei leicht erhöhten Erträgen nicht nennenswert an Qualität.
Sauvignon Blanc
Anspruchsvolle Sorte, aus der die besten Loire-Weine (Pouilly Fumé, Sancerre) sowie in Bordeaux (zusammen mit der Sémillon-Traube) die trockenen weißen Graves-Weine und die edelsüßen Sauternes erzeugt werden, Dickschalige Beeren, charakterischer blumig-grasiger Duft. Auch in Australien (Fumé Blanc), Kalifornien, Italien und Ungarn angebaut.
Trebbiano
Weitverbreitete Rebsorte aus der Toskana, die einfache, trockene Weißweine ergibt. In einer anderen Spielart ist sie auch im Soave enthalten. Weiterhin in der Provence angebaut (Sortenname: Clairette), auf Korsika (Rossola) sowie in der französischen Charente, wo sie Ugni blanc heißt und aus ihrem Wein der Cognac gebrannt wird, teilweise auch in Armangnac enthalten.
Vermentino
Überwiegend auf Sardinien, Ligurien und Korsika angebaute weiße Rebsorte. Vermentino ist eine spät reifende Rebsorte. Sie ergibt lebendige aromatische Weißweine mit verführerisch blumigem Bukett. Die Weine sind in der Regel goldgelb mit grünlichen Reflexen. Ihr Bukett ist intensiv, fruchtig und duftig. Sie sind meist trocken.
Weißburgunder
Aus dem Burgund stammende Rebsorte. Weißburgunder ist vor allem in Mitteleuropa und im Norden Italien beliebt. Aus dieser Rebsorten werden körperreiche, volle und dezent aromatische Weißweine gewonnen. Wird auch Pinot Bianco genannt.

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