Ungarn - Mit Temperament und Enthusiasmus zu großen Weinen.
Weinbauland Ungarn
Geschichte
Zwischen 800 und 500 v. Chr. bauten die Kelten in der Nähe von Sopron die ersten Trauben an. Es waren jedoch wie so oft die Mönche, die um 990 n. Chr. ihre Kenntnisse über Weinbau und -herstellung weitergaben. Im 13. Jahrhundert hatten Weine aus Sopron und Eger bereits über die Landesgrenzen hinweg einen Namen.
Über das Land brausten im Verlaufe der Jahrhunderte Hunnen-, Vandalen-, Goten-, Tataren- und Türkenstürme hinweg. Aber Wein wurde immer angebaut.Eine Legende berichtet, dass Karl der Große vom "Awarenwein" so begeistert war, dass er einige Reben mit nach Deutschland nahm.
Entscheidend mit der Wein-Geschichte Ungarns verbunden ist der berühmte Tokajer. Der Hauptbestandteil dieses berühmten Weines, die Furmint-Rebe, brachten die Italiener im 13. Jahrhundert nach Ungarn. Auch hier wütete die Reblaus-Katastrophe, die wohl 1875 ihren verheerenden Anfang nahm. Die Weinbauern mussten sich Beschränkungen und einschneidenden Maßnahmen unterziehen, um daran nicht zugrunde zu gehen.
Nach dem zweiten Weltkrieg produzierte man überwiegend Massenweine, denn bis zur Wende, 1989, waren die DDR und die UDSSR die Großabnehmer. Die dann folgenden politischen Veränderungen wirkten sich negativ auf den ungarischen Weinexport aus.
Aufbruch
Es folgte die Privatisierung der Weinbaubetriebe. Durch Eigeninitiative, ausländisches Kapital, moderne Anbaumethoden und neueste Kellertechniken erfuhr der ungarische Weinbau in den vergangenen 10 Jahren einen Aufschwung.
Regelmäßiger Erfahrungsaustausch und Parallelverkostungen mit Spitzenweinen aus aller Welt fördern die Entstehung großer ungarischer Weine. Nach Frankreich und Deutschland ist Ungarn mittlerweile das drittgrößte Weinbauland.
Nach wie vor wird der unvergleichliche edelsüße Tokajer angebaut und exportiert, aber auch die Rotweine werden mehr und mehr eine ebenbürtige Alternative zu den Hochgewächsen aus Bordeaux und Burgund. Diesen Höhenflug verdanken die Ungarn u. a. auch einem der angesehensten Weinmacher des Landes: Tibor Gál, der mit dem 2004er Domaine Bartok das Feuer und die Leidenschaft Ungarns ins Glas bringt.
Die 130.000 Hektar Rebfläche (mehr als die Hälfte liegt in der Tiefebene zwischen Donau und Theiß, der weitere Teil erstreckt sich über das Mittelgebirge bis zu den Tokajer Bergen) sind auf 22 Anbaugebiete verteilt. - Zum Vergleich: Deutschland hat 13 Anbaugebiete auf einer Gesamt-Rebfläche von 107.000 Hektar.
Typische Rebsorten
Die ungarischen Weißweine schmecken süß und sind voller Feuer. Der Olaszriesling (Welschriesling) ist die meistangebaute Weißweinrebe, die besonders am Plattensee ausgezeichnete Weine erbringt. Der säuerliche Furmint, der duftige Hárslevelü (auf deutsch "der Lindenblättrige"), der füllige und kräftige Kéknyelü (auf deutsch "Blaustiel"), der würzige Sargamuskotaly (Gelber Muskateller) und der Szürkebarát (ungarischer Name für den Pinot Gris) sind weitere bekannte weiße Rebsorten. Die wichtigste rote Rebsorte ist Kékfrankos (Blaufränkisch). Weitere sind Kadarka, Kékoport (Blauer Portugieser), Nagyburgundi (Pinot Noir), Médoc Noir (Merlot) und Cabernet Sauvignon.
Das an der österreichischen Grenze liegende Sopron (Ödenburg) ist ein kleines Rotweingebiet, wo vor allem die Rebsorte Kékfrankos angebaut wird. Vom zweitgrößten Weinbaugebiet unterhalb des Mátra-Gebirges kommt der "Stierblut" sowie der süße, weiße Hárslevelü. Auf den Hügeln von Tokaj (Tokaj-Hegyalija, das bedeutet "am Fuße des Berges gewachsen") in der südlichen Tatra wächst der unvergleichliche Tokajer.
Die Weinbezeichnungen
Tájbor: Ein sehr einfacher Wein.
Asztali bor: Tafelwein mit Mindest-Alkohol-Gehalt 8% vol und zumindest 140 g/l Mostzucker, ohne Angabe der Rebsorten auf dem Etikett.
Pecsenye bor: Der so genannte Bratenwein (Landwein) hat bis zu 12% vol Alkohol-Gehalt, das Anbaugebiet und die Rebsorten sind auf dem Etikett genannt.
Minöségi bor: Qualitätswein mit Mindest-Alkohol-Gehalt 10% vol, zumindest 170 g/l Mostzucker, auf dem Etikett sind Rebsorte, Jahrgang, Abfüller, Alkoholgrad sowie der Ort und die Zeit der Lese genannt.
Különleges minöségi bor: Hochwertiger Qualitätswein (különleges minöségi bor), der das staatliche Kontrollzeichen "Állami Ellenörzöjegy" tragen muss. Aus vollreifen oder edelfaulen Beeren, Mindest-Alkohol-Gehalt 13% Vol, zumindest 190 g/l Mostzucker. Als Zusatzbezeichnung gibt es die Prädikate Spätlese (zumindest 190 g/l), Auslese (205 g/l), Ausbruch (220 g/l) und Trockenbeerenauslese (aus überreifen, meist edelfaulen Beeren mit maximal 16,5% vol Alkohol-Gehalt).
Zwischen 800 und 500 v. Chr. bauten die Kelten in der Nähe von Sopron die ersten Trauben an. Es waren jedoch wie so oft die Mönche, die um 990 n. Chr. ihre Kenntnisse über Weinbau und -herstellung weitergaben. Im 13. Jahrhundert hatten Weine aus Sopron und Eger bereits über die Landesgrenzen hinweg einen Namen.
Über das Land brausten im Verlaufe der Jahrhunderte Hunnen-, Vandalen-, Goten-, Tataren- und Türkenstürme hinweg. Aber Wein wurde immer angebaut.Eine Legende berichtet, dass Karl der Große vom "Awarenwein" so begeistert war, dass er einige Reben mit nach Deutschland nahm.
Entscheidend mit der Wein-Geschichte Ungarns verbunden ist der berühmte Tokajer. Der Hauptbestandteil dieses berühmten Weines, die Furmint-Rebe, brachten die Italiener im 13. Jahrhundert nach Ungarn. Auch hier wütete die Reblaus-Katastrophe, die wohl 1875 ihren verheerenden Anfang nahm. Die Weinbauern mussten sich Beschränkungen und einschneidenden Maßnahmen unterziehen, um daran nicht zugrunde zu gehen.
Nach dem zweiten Weltkrieg produzierte man überwiegend Massenweine, denn bis zur Wende, 1989, waren die DDR und die UDSSR die Großabnehmer. Die dann folgenden politischen Veränderungen wirkten sich negativ auf den ungarischen Weinexport aus.
Aufbruch
Es folgte die Privatisierung der Weinbaubetriebe. Durch Eigeninitiative, ausländisches Kapital, moderne Anbaumethoden und neueste Kellertechniken erfuhr der ungarische Weinbau in den vergangenen 10 Jahren einen Aufschwung.
Regelmäßiger Erfahrungsaustausch und Parallelverkostungen mit Spitzenweinen aus aller Welt fördern die Entstehung großer ungarischer Weine. Nach Frankreich und Deutschland ist Ungarn mittlerweile das drittgrößte Weinbauland.
Nach wie vor wird der unvergleichliche edelsüße Tokajer angebaut und exportiert, aber auch die Rotweine werden mehr und mehr eine ebenbürtige Alternative zu den Hochgewächsen aus Bordeaux und Burgund. Diesen Höhenflug verdanken die Ungarn u. a. auch einem der angesehensten Weinmacher des Landes: Tibor Gál, der mit dem 2004er Domaine Bartok das Feuer und die Leidenschaft Ungarns ins Glas bringt.
Die 130.000 Hektar Rebfläche (mehr als die Hälfte liegt in der Tiefebene zwischen Donau und Theiß, der weitere Teil erstreckt sich über das Mittelgebirge bis zu den Tokajer Bergen) sind auf 22 Anbaugebiete verteilt. - Zum Vergleich: Deutschland hat 13 Anbaugebiete auf einer Gesamt-Rebfläche von 107.000 Hektar.
Typische Rebsorten
Die ungarischen Weißweine schmecken süß und sind voller Feuer. Der Olaszriesling (Welschriesling) ist die meistangebaute Weißweinrebe, die besonders am Plattensee ausgezeichnete Weine erbringt. Der säuerliche Furmint, der duftige Hárslevelü (auf deutsch "der Lindenblättrige"), der füllige und kräftige Kéknyelü (auf deutsch "Blaustiel"), der würzige Sargamuskotaly (Gelber Muskateller) und der Szürkebarát (ungarischer Name für den Pinot Gris) sind weitere bekannte weiße Rebsorten. Die wichtigste rote Rebsorte ist Kékfrankos (Blaufränkisch). Weitere sind Kadarka, Kékoport (Blauer Portugieser), Nagyburgundi (Pinot Noir), Médoc Noir (Merlot) und Cabernet Sauvignon.
Das an der österreichischen Grenze liegende Sopron (Ödenburg) ist ein kleines Rotweingebiet, wo vor allem die Rebsorte Kékfrankos angebaut wird. Vom zweitgrößten Weinbaugebiet unterhalb des Mátra-Gebirges kommt der "Stierblut" sowie der süße, weiße Hárslevelü. Auf den Hügeln von Tokaj (Tokaj-Hegyalija, das bedeutet "am Fuße des Berges gewachsen") in der südlichen Tatra wächst der unvergleichliche Tokajer.
Die Weinbezeichnungen
Tájbor: Ein sehr einfacher Wein.
Asztali bor: Tafelwein mit Mindest-Alkohol-Gehalt 8% vol und zumindest 140 g/l Mostzucker, ohne Angabe der Rebsorten auf dem Etikett.
Pecsenye bor: Der so genannte Bratenwein (Landwein) hat bis zu 12% vol Alkohol-Gehalt, das Anbaugebiet und die Rebsorten sind auf dem Etikett genannt.
Minöségi bor: Qualitätswein mit Mindest-Alkohol-Gehalt 10% vol, zumindest 170 g/l Mostzucker, auf dem Etikett sind Rebsorte, Jahrgang, Abfüller, Alkoholgrad sowie der Ort und die Zeit der Lese genannt.
Különleges minöségi bor: Hochwertiger Qualitätswein (különleges minöségi bor), der das staatliche Kontrollzeichen "Állami Ellenörzöjegy" tragen muss. Aus vollreifen oder edelfaulen Beeren, Mindest-Alkohol-Gehalt 13% Vol, zumindest 190 g/l Mostzucker. Als Zusatzbezeichnung gibt es die Prädikate Spätlese (zumindest 190 g/l), Auslese (205 g/l), Ausbruch (220 g/l) und Trockenbeerenauslese (aus überreifen, meist edelfaulen Beeren mit maximal 16,5% vol Alkohol-Gehalt).








