Portugals Weinbranche bietet viel mehr als nur Portwein.
Weinbauland Portugal
Portugal ist das richtige Land für den Weinromantiker. Mehr noch als Italien ist es die Heimat der knarrenden Ochsenkarren, des durch Rebenlaub sprühenden Sonnenlichts, des purpurroten Mosts unter stampfenden Füssen, der krügetragenden Mädchen und der seit Jahrhunderten überlieferten Erntelieder. Das Klima ist ideal für Reben.
Der weinbautreibende nördliche Landesteil hat, abgesehen von Alta-Douro, reichlich Niederschlag und schöne, lange Sommer. In den letzten Jahren hat Portugal mit einer beachtlichen Kraft den Wandel zu modernen, exportfähigen Weinen vollzogen, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vernachlässigen.
Jahrzehntelang verharrte das Land recht bewegungslos in seiner Tradition, doch der EU-Beitritt 1986 öffnete die Türen für Investitionen in die Weinindustrie. Seitdem gab es gewaltige Verbesserungen, sowohl in der Kellereitechnik als auch in den Weinbergen.
Alentejo
Verglichen mit dem dicken Rebenteppich, der den Norden Portugals bedeckt, ist das Alentejo, der Südteil des Landes, fast rebenlos. Die weiten, sonnenverbrannten Flächen sind mit silbernen Olivenbäumen und dunklen Korkeichen gesprenkelt; der von Schafen kahlgefressene Boden ist nur stellenweise vom Grün der Reben überzogen. Kaum jemandem ist bekannt, welches Potential nicht nur an Alkoholstärke, sondern auch an Fruchtigkeit in den Weinen steckt. Aufsehen erregte 1991 der Ankauf der Quinta do Carmo durch die Domaines Rothschild. Die hier produzierten Weine, z.B. 2000er Quinta do Carmo Vinho Tinto galten von Anfang an als besonders eindrucksvoll und setzen einen ganz neuen Maßstab in dieser Region.
Bairrada
Großes Rotweingebiet südlich der Stadt Porto in Atlantiknähe, das viele Massenweine, aber auch einige langlebige, tanninreiche, teilweise sehr charaktervolle Rotweine hervorbringt (Traube: Baga). Die wenigen Weißweine aus Bairrada können ebenfalls von beachtlicher Qualität sein (Traube: Bical).
Dão
Südlich des Douro-Flusses gelegene Weinregion, in der größtenteils dieselben Trauben angebaut werden, wie sie für den Portwein benutzt werden. Doch entstehen aus ihnen gänzlich eigenständige, durchgegorene Weine, die sich durch viel Tannin, einen kräftigen Körper und eine hohe Säure auszeichnen. Entsprechend reifebedürftig sind sie.
Douro
Um den Fluss Douro herum wachsen auf teilweise steilen Terrassen-Weingärten die Trauben für den Portwein, den größten roten Likörwein der Welt (Hauptrebsorten: Cao, Carvalha, Francisca, Mourisco, Touriga Bastardo). Er wird mit Branntwein gespritet und erreicht so eine Alkoholgehalt von bis 21 Vol. %. Weniger bekannt ist, dass vom oberen Douro auch einige hochklassige, dem spanischen Vega Sicilia nachstrebende Rotweine kommen.
Madeira
Auf der portugiesischen Atlantikinsel wird ein weiterer bedeutender Likörwein erzeugt, der Madeira (Trauben: Malmsey, Bual, Verdelho, Sercial). Ähnlich dem Portwein und dem spanischen Sherry ist er ein gespriteter Wein.
Ribatejo
Massenweinanbaugebiet nördlich von Lissabon gelegen, bekannt vor allem für einfache, rustikale Weißweine aus den verschiedensten Rebsorten sowie für seine leichten, relativ alkoholarmen Rotweine. Im besten Fall handelt es sich bei ihnen um delikate Tischweine.
Vinho Verde
Aus dem Norden Portugals kommt der mengenmäßig bedeutendste Wein Portugals: der Vinho Verde. Den „grünen Wein“ gibt es in zwei Versionen: der roten und der weißen. Während der rote Vinho Verde spröde und tanninherb ist und daher hauptsächlich von den Einheimischen geschätzt wird, ist der weiße Vinho Verde neben dem Port der wichtigste Ausfuhrwein. Ein leichter, kohlensäurefrischer Wein , der jung getrunken werden sollte. Sein Anbaugebiet umfasst die Provinz Minho, von Porto bis zur spanischen Grenze. In diesem kühlen, regenreichen, zugleich fruchtbaren und deshalb dichtbesiedelten Teil Portugals, werden zahlreiche weiße Sorten kultiviert. So liegen dem Vinho Verde ganz unterschiedliche Trauben zugrunde.
Handelsware Wein
In der Antike brachten Phönizer, Griechen und Römer die Reben auf die iberische Halbinsel. Unter der maurischen Herrschaft stagnierte der Weinbau, ging aber nicht zugrunde. Mit der Unabhängigkeit Portugals im Jahre 1385 entwickelte sich dann ein reger Handel mit England. Vom Minho-Fluss aus, der heute Nordportugal von Spanien trennt, wurden regelmäßig Weinfässer ins Königreich verschickt. Von Portwein war damals noch nicht die Rede. Portwein wurde erst entdeckt, als der englische König William III. im Jahre 1693 so hohe Zölle auf französische Weine erhob, dass sich die englischen Weinhändler nach anderen Quellen umsehen mussten, um Ersatz für die geliebten französischen Rotweine zu finden.
1678 schickte ein Liverpooler Weinhändler seine beiden Söhne nach Portugal. Sie fuhren den Douro aufwärts, um tief im Landesinneren bei Lamego einen Geistlichen kennenzulernen, der den örtlichen Rotwein noch während der Gärung mit Brandy aufgoss und so die Gärung stoppte. Das Resultat: ein süsser, alkoholstarker Rotwein, der ganz dem Geschmack der Engländer entsprach. Bald gründeten sie überall im Douro Handelshäuser, um für Nachschub zu sorgen. Um Fälschungen vorzubeugen, wurden 1756 die Grenzen des Anbaugebiets, das für den Portwein bestimmt ist, genau festgelegt.
Das portugiesische Weinrecht
Historisch betrachtet war Portugal das weltweit erste Weinland, das die Grenzen eines Anbaugebietes gesetzlich festlegen liess. Die heutigen portugiesischen Weingesetze sind einfach: Es wird zwischen Denominacao de Origem Controlada (DOC, entspricht den Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete) und Indicacao de Proveniencia Regulamentada (IPR, entspricht den VDQS-Weinen) unterschieden. Zusammen machen sie knapp 50 Prozent der Weinproduktion aus. Die andere Hälfte der Weinproduktion besteht aus Tafelweinen.
Die Weinbezeichnungen
Verdes: Jungweine, die gleich nach Beendigung der Gärung getrunken werden.
Maturo: Die Bezeichnung „reife“ Weine gilt für alles, was nicht zu den Verdes gehört.
Garrafeida: Etikettenbezeichnung für einen Spitzenwein, der lange, oft zehn Jahre, im Fass oder im Keller gelagert hat.
Der weinbautreibende nördliche Landesteil hat, abgesehen von Alta-Douro, reichlich Niederschlag und schöne, lange Sommer. In den letzten Jahren hat Portugal mit einer beachtlichen Kraft den Wandel zu modernen, exportfähigen Weinen vollzogen, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vernachlässigen.
Jahrzehntelang verharrte das Land recht bewegungslos in seiner Tradition, doch der EU-Beitritt 1986 öffnete die Türen für Investitionen in die Weinindustrie. Seitdem gab es gewaltige Verbesserungen, sowohl in der Kellereitechnik als auch in den Weinbergen.
Alentejo
Verglichen mit dem dicken Rebenteppich, der den Norden Portugals bedeckt, ist das Alentejo, der Südteil des Landes, fast rebenlos. Die weiten, sonnenverbrannten Flächen sind mit silbernen Olivenbäumen und dunklen Korkeichen gesprenkelt; der von Schafen kahlgefressene Boden ist nur stellenweise vom Grün der Reben überzogen. Kaum jemandem ist bekannt, welches Potential nicht nur an Alkoholstärke, sondern auch an Fruchtigkeit in den Weinen steckt. Aufsehen erregte 1991 der Ankauf der Quinta do Carmo durch die Domaines Rothschild. Die hier produzierten Weine, z.B. 2000er Quinta do Carmo Vinho Tinto galten von Anfang an als besonders eindrucksvoll und setzen einen ganz neuen Maßstab in dieser Region.
Bairrada
Großes Rotweingebiet südlich der Stadt Porto in Atlantiknähe, das viele Massenweine, aber auch einige langlebige, tanninreiche, teilweise sehr charaktervolle Rotweine hervorbringt (Traube: Baga). Die wenigen Weißweine aus Bairrada können ebenfalls von beachtlicher Qualität sein (Traube: Bical).
Dão
Südlich des Douro-Flusses gelegene Weinregion, in der größtenteils dieselben Trauben angebaut werden, wie sie für den Portwein benutzt werden. Doch entstehen aus ihnen gänzlich eigenständige, durchgegorene Weine, die sich durch viel Tannin, einen kräftigen Körper und eine hohe Säure auszeichnen. Entsprechend reifebedürftig sind sie.
Douro
Um den Fluss Douro herum wachsen auf teilweise steilen Terrassen-Weingärten die Trauben für den Portwein, den größten roten Likörwein der Welt (Hauptrebsorten: Cao, Carvalha, Francisca, Mourisco, Touriga Bastardo). Er wird mit Branntwein gespritet und erreicht so eine Alkoholgehalt von bis 21 Vol. %. Weniger bekannt ist, dass vom oberen Douro auch einige hochklassige, dem spanischen Vega Sicilia nachstrebende Rotweine kommen.
Madeira
Auf der portugiesischen Atlantikinsel wird ein weiterer bedeutender Likörwein erzeugt, der Madeira (Trauben: Malmsey, Bual, Verdelho, Sercial). Ähnlich dem Portwein und dem spanischen Sherry ist er ein gespriteter Wein.
Ribatejo
Massenweinanbaugebiet nördlich von Lissabon gelegen, bekannt vor allem für einfache, rustikale Weißweine aus den verschiedensten Rebsorten sowie für seine leichten, relativ alkoholarmen Rotweine. Im besten Fall handelt es sich bei ihnen um delikate Tischweine.
Vinho Verde
Aus dem Norden Portugals kommt der mengenmäßig bedeutendste Wein Portugals: der Vinho Verde. Den „grünen Wein“ gibt es in zwei Versionen: der roten und der weißen. Während der rote Vinho Verde spröde und tanninherb ist und daher hauptsächlich von den Einheimischen geschätzt wird, ist der weiße Vinho Verde neben dem Port der wichtigste Ausfuhrwein. Ein leichter, kohlensäurefrischer Wein , der jung getrunken werden sollte. Sein Anbaugebiet umfasst die Provinz Minho, von Porto bis zur spanischen Grenze. In diesem kühlen, regenreichen, zugleich fruchtbaren und deshalb dichtbesiedelten Teil Portugals, werden zahlreiche weiße Sorten kultiviert. So liegen dem Vinho Verde ganz unterschiedliche Trauben zugrunde.
Handelsware Wein
In der Antike brachten Phönizer, Griechen und Römer die Reben auf die iberische Halbinsel. Unter der maurischen Herrschaft stagnierte der Weinbau, ging aber nicht zugrunde. Mit der Unabhängigkeit Portugals im Jahre 1385 entwickelte sich dann ein reger Handel mit England. Vom Minho-Fluss aus, der heute Nordportugal von Spanien trennt, wurden regelmäßig Weinfässer ins Königreich verschickt. Von Portwein war damals noch nicht die Rede. Portwein wurde erst entdeckt, als der englische König William III. im Jahre 1693 so hohe Zölle auf französische Weine erhob, dass sich die englischen Weinhändler nach anderen Quellen umsehen mussten, um Ersatz für die geliebten französischen Rotweine zu finden.
1678 schickte ein Liverpooler Weinhändler seine beiden Söhne nach Portugal. Sie fuhren den Douro aufwärts, um tief im Landesinneren bei Lamego einen Geistlichen kennenzulernen, der den örtlichen Rotwein noch während der Gärung mit Brandy aufgoss und so die Gärung stoppte. Das Resultat: ein süsser, alkoholstarker Rotwein, der ganz dem Geschmack der Engländer entsprach. Bald gründeten sie überall im Douro Handelshäuser, um für Nachschub zu sorgen. Um Fälschungen vorzubeugen, wurden 1756 die Grenzen des Anbaugebiets, das für den Portwein bestimmt ist, genau festgelegt.
Das portugiesische Weinrecht
Historisch betrachtet war Portugal das weltweit erste Weinland, das die Grenzen eines Anbaugebietes gesetzlich festlegen liess. Die heutigen portugiesischen Weingesetze sind einfach: Es wird zwischen Denominacao de Origem Controlada (DOC, entspricht den Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete) und Indicacao de Proveniencia Regulamentada (IPR, entspricht den VDQS-Weinen) unterschieden. Zusammen machen sie knapp 50 Prozent der Weinproduktion aus. Die andere Hälfte der Weinproduktion besteht aus Tafelweinen.
Die Weinbezeichnungen
Verdes: Jungweine, die gleich nach Beendigung der Gärung getrunken werden.
Maturo: Die Bezeichnung „reife“ Weine gilt für alles, was nicht zu den Verdes gehört.
Garrafeida: Etikettenbezeichnung für einen Spitzenwein, der lange, oft zehn Jahre, im Fass oder im Keller gelagert hat.








