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Schon die Römer verwendeten zum Verschließen ihrer Weingefäße neben Harz und Pech auch Naturkork. Durchgesetzt hat sich der Korken allerdings erst im 17. Jahrhundert, nachdem die Flasche erfunden worden war.

Der Korken

Woher kommt der Korken?
Der Hauptlieferant für das Naturprodukt Kork ist Portugal. Dort wächst die Korkeiche, die erst im Alter von 25 Jahren zum ersten Mal geschält werden darf. Wenn man bedenkt, dass erst die dritte Ernte für die Korkproduktion geeignet ist und die Eiche nur alle 9 Jahre geschält werden darf, ist es kein Wunder, dass Kork zu den seltensten und wertvollsten Rohstoffen gehört. Und Millionen von Wein- und Schaumweinflaschen wollen damit verschlossen werden.

Die Elastizität der Korkeichenrinde und ihre hohe Wärmeisolation prädestinieren den Korkstopfen als Verschluss. Neben Portugal wächst diese Eiche vor allem im Mittelmeerraum, Südspanien, Korsika und Sardinien.

Bei der Ernte wird die Rinde aufgeschlitzt und per Hand vom Stamm abgeschält. Danach wird die Rinde mindestens ein halbes Jahr lang unter freiem Himmel getrocknet, gekocht und desinfiziert. Dabei nehmen die Korkplatten auch die nötige Feuchtigkeit auf, damit sie elastisch bleiben. Damit die Korken später besser in den Flaschenhals rutschen, sollte ihre Oberfläche möglichst glatt sein, zusätzlich werden sie noch mit einem Paraffin- oder Silikonwachs überzogen.

Wenn Sie Ihre Flaschen sachgerecht lagern, d.h. liegend, so dass der Korken feucht bleibt und nicht austrocknen kann, hat er eine Lebensdauer von ca. 10 Jahren. Kostbare Weine, die zur längeren Lagerung bestimmt sind, können Sie beim Winzer neu verkorken lassen.

Wie entstehen Korkfehler?
Das Aussehen des Korkens allein lässt leider keinen Schluss auf Korkfehler zu. Verantwortlich für Weine, die nach Kork riechen und schmecken, sind meist Schimmelpilze. Sie befinden sich ebenso in den Lagerhallen der Korkhersteller wie auch in den Kellern vieler Winzer. Um einen Fehler festzustellen, schnuppern Sie nach dem Öffnen an der Kork-Unterseite. Wenn es hier ziemlich muffig riecht, schwenken Sie den Wein kräftig im Glas und warten Sie ein paar Minuten ab. Echte Korkschmecker bleiben- wenn Sie sich (hoffentlich) getäuscht haben, verfliegt der Fehler. Auch wenn Sie einen eindeutigen Korkgeruch feststellen, muss der Wein nicht unbedingt fehlerhaft sein. Testen Sie es und fragen Sie im Zweifelsfalle noch andere Personen.

Über 50 flüchtige Substanzen sind gezählt worden, die mit dem Wein interagieren. In letzter Zeit sind Korkfehler immer häufiger vorgekommen. Dies ist auch der häufigste Reklamationsgrund beim Weinverkauf. Der dadurch angerichtete Schaden liegt in mehrstelliger Millionenhöhe.

Viele Weinerzeuger vermuten, dass die Korkqualität in dem Maße sinkt, in dem die Zahl der Flaschenabfüller steigt. Sie denken über Alternativen nach- und haben sie auch schon gefunden: Stopfen aus Silikon.

Alternative Flaschenverschlüsse
Aufgrund der Nachfragen vieler Kunden haben wir hier Informationen über verschiedene moderne Weinverschlüsse für Sie zusammengestellt. Zur Zeit werden immer noch rund 60% aller Weinflaschen weltweit mit Naturkorken verschlossen, der Anteil der alternativen Verschlüsse steigt allerdings stetig, denn sie sind schön und hochwertig, aber auch funktional. Im Folgenden die drei wichtigsten Alternativen zum Kork:

Der Drehverschluss
Viele namhafte Spitzenerzeuger in der ganzen Welt nutzen mittlerweile den Drehverschluss. Diese Verschlüsse sind aus rostfreiem Metall und halten vollständig dicht. Auf diese Art verschlossene Weinflaschen sind sicher vor Korkgeschmack, aber auch vor schädlichem Sauerstoffeinfluss und damit einhergehender vorzeitiger Reife. Die Flaschenreifung verläuft langsam und gut, Vitalität und Frische werden hervorragend konserviert.

Der Kunststoffkorken
Der Kunststoffkorken aus hochwertigem Silikon hat sich schnell als Verschlussalternative vollständig etabliert, denn er bietet viele Vorteile: er ist so zu behandeln wie ein Naturkorken und dichtet sicher ab. Die Flasche hat eine klassische Kapsel, die Korkeichenbestände werden geschont - und der geliebte »Korken-Plopp« bleibt auch erhalten. Weltweit werden etwa 30% der Weinflaschen mit ihm verschlossen.

Der Glasverschluss
Eine weitere Alternative zum Naturkork ist der Glasverschluss: Zwar werden bereits seit dem 17. Jahrhundert geschliffene Glasstopfen für Karaffen eingesetzt, doch als Verschluss für Weinflaschen haben sie sich erst im letzten Jahrzehnt durchgesetzt. Der Stopfen ist sicher und schließt dicht. Man kann ihn ohne Hilfsmittel entfernen und das Beste: Die Flaschen mit so einem Stopfen kann man einfach wieder verschließen.