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Argentinien hat in den letzten Jahren gewaltige Anstrengungen unternommen und ist heute aus dem Reigen der besten Weinerzeuger nicht mehr wegzudenken.

Weinbauland Argentinien

"Der erste argentinische Wein war ein Messwein, den der spanische Jesuitenpater Cedron kelterte. Dieser kam mit den Conquistadores nach Südamerika und pflanzte im Jahre 1554 die ersten Rebstöcke der europäischen Spezies Vitis vinifera in Ciuyo (Gebiet aus den heutigen Provinzen Mendoza, San Juan und San Luis). Davon stammen höchstwahrscheinlich die in Argentinien häufigsten Rebsorten Criolla Grande und Cereza ab. Als Begründer der argentinischen Weinbaukultur gilt Don Tiburcio Benegas, welcher auf seinem Gut El Trapiche in der heutigen Provinz San Vicente (heute existiert ein berühmtes Weingut gleichen Namens) erfolgreich mit europäischen und chilenischen Reben experimentierte. Im 19. Jahrhundert gab es einen Einwanderungsstrom, vor allem aus Italien und Frankreich. Dies gab dem argentinischen Weinbau einen enormen und positiven Impuls.

Auf über 200.000 Hektar Rebfläche werden per anno rund 13,5 Millionen Hektoliter Wein erzeugt, damit liegt Argentinien weltweit im Spitzenfeld, was auch für den Pro-Kopf-Verbrauch zutrifft. Die Rebflächen erstrecken sich von Lavalle im Norden bis San Rafael im Süden in einer Länge von mehr als 2.000 km. Die Höhenlage von durchschnittlich 600 bis 950 Meter ergibt kühle Nachttemperaturen und dadurch einen kräftigen Geschmack im Wein. Aufgrund geringer Regenfälle und großer Trockenheit (was den Vorteil hat, dass Pilzkrankheiten selten sind) ist eine künstliche Bewässerung erforderlich. Diese erfolgt durch ein Kanalnetz, das bereits vor Jahrhunderten durch die indianischen Ureinwohner begonnen wurde. Das Wasser kommt von den Schmelzwasser führenden Flüssen aus den Anden und wird in verschlungenen Furchen durch die Weingärten geleitet. Die Ernte erfolgt von Februar bis April.

Das Zentrum des argentinischen Weinbaus ist die Provinz Mendoza am Fuße der Anden, woher rund 70% des Weines stammt. Sie wird in einen Bereich im Norden um die Stadt Mendoza und einen Bereich im Süden um die Städte San Rafael und Villa Atuel unterteilt. Weitere Weinbaugebiete sind San Juan, Rio Negro ganz im Süden, Occidente, das nördlichste Gebiet Norte (mit den in rund 1.200 m Seehöhe höchstgelegenen Weingärten der Welt in der Provinz Salta) sowie das zentral liegende Cordoba. Die beiden häufigsten Rebsorten sind die roten Criolla Grande und Cereza; weitere sind Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot, Pinot Noir, Syrah, Tempranillo und Verdot. Bei den weißen Sorten dominieren Ugni Blanc und Muscat d´Hamburg; weitere sind Chardonnay, Pedro Ximénez, Riesling und Torrontés. In kleinen Mengen werden auch italienische Sorten wie Nebbiolo und Sangiovese angebaut.

Zu rund zwei Dritteln werden einfache, alkoholarme Tischweine erzeugt (vorwiegend helle Rotweine), die ausschließlich im Lande konsumiert werden. Aus den weißen spanischen Rebsorten werden auch trockene, alkoholreiche sherryähnliche Weine gekeltert. Das 1959 gegründete ""Instituto National de Vitivinicultura"" gibt die Richtlinien vor und kontrolliert streng deren Einhaltung. Es gibt drei Qualitäts-Kategorien. Die “Vinos de Corte” stammen hauptsächlich aus Mendoza und San Juan und sind ausschließlich für den Verschnitt bestimmt. Bei den relativ leichten “Vinos Communes” wird kein Wert auf Herkunft, Jahrgang oder Reinsortigkeit gelegt. Die “Vinos Finos” unterliegen genauen Vorgaben und strengen Kontrollen und werden in zwei Stufen unterschieden. Zur Stufe “A” zählen die meisten Weiß- und Rosé-Weine, die zumindest ein Jahr in der Flasche reifen müssen. Zur Stufe “B” gehören die qualitativ besten Weine, vor allem sind dies Rotweine. Bei definierten Gebieten (Catamarca, La Rioja, Salta, San Luis) müssen sie zu 100% von dort stammen und abgefüllt werden.

Heute werden von rund 50 der insgesamt 2.000 Bodegas (Weingüter) zunehmend ausgezeichnete Weine produziert. Der größte argentinische Weinbetrieb (der auch zu den größten der Welt zählt) ist Penaflor, dem unter anderem das Weingut Bodega Trapiche gehört. Weitere bekannte Weingüter sind Bodegas Bianchi (San Rafael in Besitz von Seagram), Bodegas Humberto Canale (Rio Negro), Bodegas J. & F. Lurton (Mendoza), Bodegas La Rural, Bodegas Norton (österreichischer Besitz, mit der Spitzenmarke Privada), Bodegas Santa Ana (zweitgrößter Betrieb in Guaymallen/Mendoza), Bodegas Weinert (mit den besten argentinischen Rotweinen aus Malbec und Cabernet Sauvignon), Fabre Montmayou, Finca Colomé (Salta), Catena (Bodegas Esmeralda), Finca Colomé (Salta), Finca El Retiro (Mendoza), Finca Flichman (Mendoza), Finca La Anita (Mendoza), Marqués de Grinon, M. Chandon (Schaumweine in Lizenz von Moet Chandon), Michel Torino (Cafayate), Navarro Correas, Nieto & Senetiner (in Luján de Cuyo mit der Spitzenserie Cadus), Rafael Estate (Mendoza), Vina Morande (mit der Spitzenmarke Vista Andes) und San Telmo."