Rotwein

 Merlot

Unter ihrem heutigen Namen wird die Sorte Merlot zum ersten Mal im Jahre 1783 in Libourne an der Gironde erwähnt. Dort hält man die schwarze Sorte für einen exzellenten Wein, sie sei produktiv, wenn der Boden angemessen sei. Den Namen hat die Edelrebe übrigens von der Amsel, die im Französischen Merle und im Okzitanischen Merlau genannt wird und die diese fleischige Sorte ausgesprochen gerne vernascht. Dass diese Sorte weit älter sein würde, hatte man lange vermutet und auch ein Elternteil war lange bekannt. Es handelt sich um den Cabernet Franc, der auch schon den Cabernet Sauvignon mit hervorgebracht hat. Den zweiten Elternteil hat man 1996 in der Nähe von Saint-Malo, also in der Bretagne gefunden, wo schon lange kein roter Wein mehr angebaut wird. Mittlerweile hat man vier weitere uralte Rebstöcke dieser Sorte in der Charente gefunden, wo man sie Madeleine genannt hat, was zurückzuführen ist auf die Tatsache, dass diese Sorte oft schon am Tag der heiligen Madeleine am 22. Juli ihre Reife erreicht hat und dazu beiträgt, dass auch der Merlot zu den frühreifenden Sorten zählt. Mittlerweile hat man diese fast ausgestorbene Sorte auch offiziell benannt und zwar als Magdeleine Noire des Charentes.

Merlot ist nicht nur eng mit Cabernet Sauvignon verwandt sondern ebenso mit der Carmenère. Merlot und Carmenère ähneln sich so stark, dass man Merlot-Anpflanzungen in Chile lange für Carmenère gehalten hat. Neben der dunklen, roten Sorte gibt es zwei Abwandlungen, die sich in Brasilien herausgebildet haben, Merlot Gris und Merlot Rosa sowie eine helle Merlot Blanc, die eine natürliche Kreuzung zwischen Merlot und Folle Blanche darstellt.

Rebsorte-Merlot

Geschmacks­profil & Farbe

Merlot ist heute die am meisten angebaute Sorte in Frankreich und gilt als relativ unkompliziert im Anbau. Lediglich ihre Dünnhäutigkeit kann zu schnellem Mehltaubefall führen. Andererseits hat sie Vorteile dadurch, dass sie früh reift. Der Merlot ist eine fruchtige, körperreiche Sorte, die deutlich weniger Tannin und Säure besitzt als der Cabernet Sauvignon. Deshalb gelten die beiden Sorten als optimale, gegenseitige Ergänzung, vor allem im Bordelais. In heißen Jahren und Gebieten wird sie schnell überreif und alkoholreich und erfordert Erfahrung beim Winzer. Durch ihre markante Frucht, ihre weichen Tannine und reduzierte Säure ist Merlot deutlich früher genussreif als cabernetlastige Weine.

Länder & Herkunft

Ausgehend von ihrem Ursprung im Bordelais hat diese rote Sorte wie kaum eine zweite längst die Weinwelt global erobert und es wäre einfacher zu schreiben, wo Merlot nicht angebaut wird. Es gibt kaum ein Weinland der Erde, wo man diese Sorte nicht findet. Allerdings gibt es natürlich Schwerpunkte und Länder wie Deutschland und Österreich zählen definitiv nicht mit dazu.

Merlot ist vor allem im Südwesten und Süden beheimatet. Im Bordelais bringt er einige der schönsten Qualitäten überhaupt hervor. Besonders auf der rechten Seite der Gironde, in den Bereichen Pomerol und Saint-Émilion finden sich immer wieder große Weine. Doch auch am linken Ufer des Médoc ist Merlot ein wichtiger Partner des Cabernet und dominiert immer häufiger die Bordeaux, je nördlicher die Weinberge im Médoc gepflanzt sind. Neben dem Großbereich Aquitanien ist es das Languedoc wo Merlot zum Massenertrag für Vin de Pays d’Oc erzeugt wird.

Das Tessin gehört zu den Weingebieten, in denen der Merlot auch reinsortig seine besten Qualitäten hervorbringt.

Der Merlot dominiert als rote Sorte weite Teile des Nordens, vor allem im Friaul, wo er Weine von kühler doch fruchtiger Stilistik hervorbringt. Ansonsten kommt Merlot nur auf einigen Inseln des Stiefels vor, darunter jedoch eine ganz besondere. Es ist das Weingut Ornellaia, das mit dem Masseto einen der beeindruckendsten Merlot weltweit hervorbringt.

In allen weiteren Ländern gilt der Merlot, wie meist im Bordelais auch, als idealer Sparringspartner des Cabernet. Man findet ihn in diesen Blends in den USA genauso wie in Südamerika oder Südafrika.

Food Pairings

Fleisch

Konzentrierter Merlot wie zum Beispiels aus Saint-Émilion oder Pomerol passt exzellent zu Gerichten mit Ochsen- oder Rindfleisch. Entrecôte, Tournedos, Châteaubriand sind da nur einige Stichworte. Auch Lamm passt hervorragend, wenn man Gewürze wie Rosmarin oder Knoblauch zurückhaltend einsetzt. Wildgerichte sollten nicht gebeizt bzw. mariniert sein. Was ebenfalls hervorragend passt sind Gans, Ente, Taube & Co., doch auch hier gilt: Zu viel Kräuter und Gewürze sind nicht der Liebling des Merlot. Bestens geeignet sind immer Fleischfonds, am besten mit Merlot reduziert.

Lamm
Fisch

Fisch und Meeresfrüchte

Es gibt Kombinationen mit Fisch, Hummer oder Muscheln, die funktionieren, dazu sollte man jedoch keine schwergewichtigen Merlot nehmen sondern leichtere, wie beispielsweise aus dem Friaul.

Gemüse

Rotkohl, Wirsing, Möhren oder Schwarzwurzeln eignen sich als Beilagen genauso wie Trüffel oder Morchel.

Salat
Kaese

Käse

Merlot und Käse sind keine besonderen Freunde. Brie geht jedoch immer mit einem leichten Merlot.