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Svenja Schwieger reist durchs Napa Valley

Tag 2: Opus One

Schon der Name gehört zu den modernen Legenden des Napa Valleys: Opus One, das Joint Venture zwischen Robert Mondavi und Philippe de Rothschild, zwei Ausnahme-Persönlichkeiten der Weinwelt. Das Weingut wurde der Form eines Weinglases nachempfunden – was man allerdings nur aus der Vogelperspektive sehen kann. Im Inneren ist alles auf optimale Verarbeitung der Trauben ausgelegt – und auf Transparenz. Die Önologen arbeiten dort in einem komplett verglasten Büro, das sie Fischtank nennen. Deshalb hängt auch ein kleiner Plastikfisch von der Decke, der die Besucher zu beobachten scheint, die wiederum den Mitarbeitern bei der Arbeit zusehen können.

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Tastingroom mit Blick auf den Keller. Foto Copyright: Svenja Schwieger

Modernes Design und moderne Önologie trifft hier auf die Erfahrung zweier berühmter Weindynastien, die das Beste aus Bordeaux und Napa zusammenbringen. So entstehen Kraft und Eleganz. Gerade die aktuellen Jahrgänge haben mir hervorragend gefallen.

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Foto Copyright: Svenja Schwieger

Robert Mondavi

Von Opus One aus ging es zur Robert Mondavi Winery. Das Gebäude, das der frühen, spanisch-mexikanischen Architektur nachempfunden ist, gehört zu den Wahrzeichen im Napa Valley. Das Weingut ist immer voll. Hunderte Weinliebhaber und Touristen nutzen die Angebote der Cellar Door, um eine Führung zu machen und Wein zu kaufen.

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Foto Copyright: Svenja Schwieger

Wir verschwinden in einem abgelegenen Teil des Weinguts zu einem Lunch, wo dann auch die ersten Weine probiert werden. Meine Reise durch Kalifornien ist immer auch eine Reise durch die moderne Weingeschichte. Denn hier, bei Robert Mondavi startete der Aufstieg Kaliforniens in die Spitze der Weinwelt. Zwar hatte man ja schon im 19. Jahrhundert Wein im großen Stil angebaut und Inglenook, wo ich gestern war, wurde in der Zeit gegründet. Doch hat die Prohibition den Weinbau praktisch komplett zum Erliegen gebracht und Robert Mondavi gehörte zu den ersten, die sich getraut haben, wieder ins Business einzusteigen. Er schaute dabei auf das, was in Europa und vor allem in Frankreich gemacht wurde, lernte die Techniken und hatte ein paar aus Europa stammende Berater an seiner Seite. Sein Fumé Blanc war dann auch vom Stil des französischen Pouilly-Fumé inspiriert, ein Sauvignon Blanc aus dem kleinen Holzfass mit deutlicher Feuerstein-Note. Er wurde ebenso Legende wie der Cabernet Sauvignon aus dem Weingarten To-Kalon direkt am Weingut.

Black Stallion

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Grillmaster Dave deBoer. Foto Copyright: Svenja Schwieger

Im Napa Valley war ich die ganze Zeit über im Gästehaus der Black Stallion Winery untergebracht. Die gehört einer weiteren, traditionsreichen Weinfamilie in Kalifornien, die ebenso italienische Wurzeln hat wie Coppola oder Mondavi. Es ist die Familie Delicato. Auf Black Stallion gab es zwar gerade keine schwarzen Hengste, dafür aber einen Pool und einen sehr großen Grill. Und der wurde an diesem Abend von Dave deBoer, dem Vizepräsidenten der Delicato Vineyards, befeuert. Dazu durften natürlich der hauseigene Cabernet, Chardonnay und Zinfandel nicht fehlen…

Titelbild: Eine Ikone kalifornischer Wein-Architektur. Foto Copyright: Svenja Schwieger

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