Weinbauland Österreich

Unter all den großen und berühmten Weinbauregionen der Welt hat sich in den letzten gut 30 Jahren ein kleines Land etabliert und bietet den Granden die Stirn: Österreich. Kein Weinbauland, keine Weinbauregion der Alten wie der Neuen Welt hat in den letzten Jahrzehnten eine derart fulminante Entwicklung hingelegt wie die kleine Alpenrepublik. Schwärmten die Weinfreunde rund um den Globus noch bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts von burgundischem Chardonnay, von großen Bordeaux oder schönen Toskanern, so geraten sie geradezu in Euphorie, wenn es um Grüne Veltliner aus Niederösterreich, steirische Sauvignon Blancs oder Zweigelt und Blaufränkisch aus dem Burgenland geht.

Die Einführung der Bezeichnung DAC war eine weitere große Veränderung in dem aufsteigenden Weinland Österreich und knüpft an die großen Herkunftsweine dieser Welt unmittelbar an, wie zum Beispiel dem Burgund, Rioja oder Chianti Classico. Die DAC Reserve bildet den absoluten Höhepunkt. Erstmalig eingeführt wurde diese Regelung im Weinviertel, andere Regionen folgten und auch für Rotweine im Burgenland wurde sie mittlerweile realisiert.

 

Wien | Bildquelle: Östereichisches Weinmarketing

Wien | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

„Faktenbox“

Wussten Sie, dass…

  • Österreich 46.000 ha Weinbaufläche mit weniger als 4.300 Abfüllern hat? (Vergleich: Australien hat 164.000 ha mit 2000 Erzeugern)?
  • die Hauptrebsorten für Weißwein Grüner Veltliner (14.423 ha), Welschriesling (3.338 ha), Riesling (1986 ha) sind?
  • die Hauptrebsorten für Rotwein Zweigelt (6.426 ha), Blaufränkisch (3.009 ha) und Blauer Portugieser (1.263 ha) sind?
  • in Österreich am meisten Wert auf Tradition, Modernität und Nachhaltigkeit gelegt wird?
  • Wien die Hauptstadt weltweit mit der größten Weinbaufläche direkt in der Stadt ist (637 ha)?
  • Das Klima von 3 Komponenten beeinflusst wird: kühle Luft aus dem Norden, warmes pannonisches Klima, gemäßigtes Mittelmeerklima?
  • 10% der österreichischen Winzer biologisch arbeiten?

 

„Weinbaukarte Österreich“

Weinbaukarte | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Weinbaukarte | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

„Die Boutiqe-Region Wachau als Vorreiter in ein neues Weinbau-Zeitalter“

Wachau | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Wachau | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Diese Entwicklung ist kein Zufall! In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ging ein Ruck durch das kleine Land, ausgehend von der Boutique-Region Wachau (1.344 Hektar), die mit der VINEA WACHAU eine Vereinigung gründete mit knallharten und kompromisslosen Qualitätsstandards. Diese Bewegung hin zu höchster Qualität erfasste schnell die anderen Regionen, vom hohen Norden Niederösterreichs, wie Kamptal und Kremstal, bis in den Süden über das Burgenland hinweg zur Steiermark. Es gibt kaum ein Land, das auf so kleinem Raum derart viele engagiert arbeitende und so reich an innovativen und kreativen Ideen ausgestattete Winzer beheimatet. Knapp 47.000 Hektar stehen im Osten Österreichs unter Reben, bewirtschaftet von ca. 15.000 Winzern. Das wären etwas über 3 Hektar Rebfläche pro Winzer. Aber was sagen schon Statistiken.

 

 „Die Rebsorte mit dem typischen Pfefferl – Grüner Veltliner rockt die Welt“

Der Superstar unter den österreichischen Rebsorten ist und bleibt der Grüne Veltliner, eine Sorte, die vor allen Dingen in der Wachau, im Kamptal, dem Kremstal und dem Weinviertel – alle Regionen liegen nördlich von Wien – beheimatet ist, und hauptsächlich auf Schiefer-, Urgesteins-, Verwitterungs- und Lößboden überragende Ergebnisse bringt. Außerhalb Österreichs kommt sie hingegen kaum vor. Ca. 1/3 der Rebfläche Österreichs ist mit dem Grünen Veltliner bepflanzt. Aus dieser Sorte lassen sich trinkfreudige, frische Weine mit Alltagstauglichkeit ebenso erzeugen, wie absolut hochwertige Weißweine mit grandiosem Reife- und Alterungspotenzial, die den Vergleich mit den großen Chardonnays aus dem Burgund nicht zu scheuen brauchen.

Weiteren Schwung hat dem Grünen Veltliner die DAC-Regelung verliehen. Mit dieser Regelung, in vollem Wortlaut „Districtus Austriae Controllatus“ lautend, wird dem Grünen Veltliner ein sorten- und gebietstypisches Geschmacksprofil verliehen.

Kamptal | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Kamptal | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

 

„Riesling aus dem Dornröschenschlaf erwacht“

Ebenso bedeutend, aber auf weitaus weniger Fläche ausgepflanzt, findet sich der Riesling, aus dem die findigen österreichischen Winzer Weine auf Augenhöhe mit Deutschland oder dem Elsass keltern.

 

„Sauvignon Blanc, Morillon & Co“

Südsteiermark  | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Südsteiermark | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Ein anderes Weißweinparadies ist die im Süden gelegene Steiermark, die ihre 4.633 Hektar umfassenden Rebflächen auf 3 Subregionen verteilt, dem Vulkanland, der Südsteiermark und der Weststeiermark. Die steirischen Winzer haben eine neue Benchmark für knackig frische, rassig fruchtige und finessenreiche Sauvignon Blancs gesetzt, die vor allen Dingen klassische Regionen dieser Sorte an der Loire erstarren lassen dürften. Ebenso nennenswert sind hier aber auch die Rebsorten Gelber Muskateller, Chardonnay (hier Morillon genannt), Gewürztraminer, Weißburgunder und Welschriesling. Mit dem Welschriesling hat Österreich übrigens eine formidable Alternative zum Pinot Grigio im Angebot, die es außerhalb des Landes noch zu entdecken gilt.

 

„Rotwein? – Nur aus dem Burgenland!“

Neusiedlersee | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Neusiedlersee | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Im Osten Österreichs liegt das Burgenland rund um den Neusiedlersee, nahe der ungarischen Grenze. Hier ist ein einzigartiges Rotweinparadies entstanden. Der elegante, hervorragend strukturierte Zweigelt oder der samtige Blaufränkisch lassen hier originelle und authentische Weine entstehen, jenseits des Mainstreams von Merlot & Co. Was übrigens nicht heißt, dass die burgenländischen Winzer nicht auch die Klaviatur der internationalen Sorten beherrschen würden. Ihre Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot, mit oder ohne Blaufränkisch oder Zweigelt verstehen zu begeistern und sorgen international längst für Furore.

 

„Für jeden was dabei“

Zu den hervorragenden Ergebnissen des Weinbaus tragen nicht nur die engagierten Winzer bei, sondern natürlich neben den hervorragenden Böden auch ein ideales Klima. Es sind verschiedene Aspekte, die das Klima im Osten Österreichs so reizvoll für den Weinbau machen. Zum einen ist es mild und moderat warm zum anderen im Regelfall relativ niederschlagsarm. Beherrscht wird es von warmen Winden aus der ungarischen Tiefebene, die aber im Norden von Kaltluftströmungen von der böhmischen Masse abgelöst werden. In der Steiermark trägt die Kaltluft aus den Alpen maßgeblich zum Charakter der Weine bei. Die kühlen Winde sorgen für Frische und einen feinen mineralischen Schliff in den Weinen. Das große klimatische Regulativ des Burgenlandes ist die Wasserfläche des Neusiedlersees, die an warmen Tagen für Abkühlung sorgt und sich an kalten Tagen als Wärmereservoir bestens bewährt. So entstehen große Weine. Allerdings hat die Euphorie auch einen kleinen Haken, Österreich ist klein und von den besten Weinen gibt es nie genug!

 

„Wein verbindet Leute“

Weinviertel | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Weinviertel | Bildquelle: Österreichisches Weinmarketing

Österreich hat sich fest auf der Landkarte der großen Weine etabliert, dank seiner engagierten und innovativen Winzer. Eine Reise durch die Weinbaugebiete lohnt sich, die meisten Betriebe sind auf Besuche eingestellt und freuen sich darüber. Wer ansonsten authentische österreichische Weinkultur erleben will, der kann dies genussvoll in den zahlreichen Heurigenschänken in und um Wien herum oder in den Weinbaugebieten direkt tun – man wird es genießen!

Weinpartner des Österreich Weinmarketings ÖWM

Holger Petersen - 31. Juli 2017