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Steiermark

Mit 3.584 ha Gesamtrebfläche ist dies (neben Bergland Österreich, Weinland Österreich und Wien) die drittgrößte der vier österreichischen Weinbau-Regionen und auch eines der 9 politischen Bundesländer. Sie besteht aus folgenden drei Weinbau-Gebieten:

* Südoststeiermark mit 1.202 ha
* Südsteiermark mit 1.901 ha
* Weststeiermark mit 481 ha

Die knapp 4.000 Weinbau-Betriebe liefern rund 5% der österreichischen Weinproduktion. Die Weingärten dieser südlichsten Region liegen weit verstreut überwiegend an steilen Südhängen. Zu knapp 70% werden säurebetonte, frische und spritzige Weißweine produziert. Das Wahrzeichen des steirischen Weinbaus ist der Klapotez, eine Lärmvorrichtung im Weingarten gegen die Schadvögel. Die Steiermark wird aufgrund der hügeligen Landschaft gerne die “Toskana Österreichs” genannt. Alle drei Weinbau-Gebiete liegen im Süden des österreichischen Bundeslandes in Nähe der Grenze zu Slowenien. Das Klima ist von südeuropäischen und vom nahen Ungarn her pannonischen Einflüssen geprägt. Die Niederschlagsmengen sind doppelt so hoch wie im Burgenland und Niederösterreich.

Die häufigste Rebsorte ist der Welschriesling (21%), der hier ideale Boden-Bedingungen vorfindet. Dann folgen Weißburgunder (14%), Blauer Wildbacher (13%) aus dem die steirische Rosé-Spezialität Schilcher gekeltert wird, Müller-Thurgau (12%), Zweigelt (10%), Morillon, Riesling, Traminer und Sauvignon Blanc. Der Weinbau läßt sich bis in das 4. Jahrhundert vor Christi zurückverfolgen, die Kelten waren die ersten, die einen kultivierten Weinbau betrieben haben. So wie in ganz Mitteleuropa gab auch in der Steiermark Kaiser Karl der Große (742 – 814) dem Weinbau neue Impulse. Große Verdienste erwarb sich die Kirche und deren Klöster, besonders die Zisterzienserabtei Rein. Im Jahre 1406 sind bereits 535 Orte mit 6.000 Weingärten urkundlich belegt.

Von der Beliebtheit des Weines in adeligen Kreisen kündet der sogenannte “Rauschsessel” und eine Inschrift in einer Butzenscheibe im Rittersaal der mittelalterlichen Riegersburg: Anno 1635 den 6. April hat sich das Sauffn angehebt und alle Tag ein Rausch geben biß auff den 26. detto. Dieses bemerkenswerte Gelage dauerte somit drei Wochen! Erzherzog Johann (1782 – 1859) besaß ein Schloß in Stainz, dem heutigen Zentrum des Schilcher-Gebietes. Er ist ja auch vor allem durch seine Heirat mit der bürgerlichen Postmeisterstochter Anna Ploche bekannt und durch seine Volksnähe in der Steiermark auch heute noch ungemein populär. In Stainz (Weststeiermark) wurde er übrigens auch zum Bürgermeister gewählt.

Er gründete 1822 in der Nähe von Marburg ein Versuchs-Weingut und stellte damit entscheidende Weichen für einen qualitätsorientierten Weinbau. Der Erzherzog ließ die bis dahin unbekannten Rebsorten Morillon (eine Spielart des Chardonnay), Traminer, Sauvignon Blanc, Silvaner, Riesling und Weißburgunder anpflanzen und neue Erziehungsformen ausprobieren. Zudem förderte er Ausbildung der Winzer und die Hygiene bei der Weinherstellung. Im Jahre 1872 wurde in Marburg die Steirische Obst- und Weinbauschule gegründet. Der erste Direktor Hermann Goethe war einer der ersten und bekanntesten Ampelographen seiner Zeit.

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