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Rosé
Der Rosé steht dem Weißwein näher als dem Rotwein. Er ist deutlich weniger mit Gerbstoffen angereichert als ein Rotwein, was sich aus der Herstellungsmethode ergibt. Dieser Wein wird vornehmlich aus blauen Trauben erzeugt, wobei es im wesentlichen vier Varianten gibt.
Bei der üblichen und am verbreitetsten Methode werden die blauen Trauben so behandelt, als ob es weiße wären, der französische Fachausdruck lautet dafür rosé de noirs, das heißt „rosé aus schwarz“. Auf dem Weg durch die Traubenmühle wird der (auch bei roten Trauben weiße) Most vom Schalenfarbstoff der Beeren angefärbt. Dieser schwach rötliche Most wird nun genauso wie ein Weißwein weiterbearbeitet.
Die zweithäufigste Methode ist das sogenannte ”Bluten”, französisch Saignée (so wird dann auch in Frankreich der Rosé bezeichnet). Die Trauben werden angequetscht, aber nicht gepresst. Bevor jedoch der Most ein dunkleres Rot annehmen kann, wird er schon nach 12 bis 48 Stunden abgezogen oder einfach durch ”Abtropfen lassen” gewonnen. Ein ähnliches Verfahren wird zumeist in der Neuen Welt angewendet, in Amerika entsteht dadurch der als Blush bezeichnete, sehr helle Rosé.
Die dritte Möglichkeit ist es, fertigen Weißwein und Rotwein zu mischen. Das ist das übliche Verfahren, um Rosé-Schaumweine oder Champagner herzustellen. Diese Methode ist aber gemäß österreichischem und deutschem Weingesetz verboten.
Bei einer vierten Methode wird Rotwein durch intensives Schönen vom Tannin befreit und mit Aktivkohle aufgehellt. Dieser Wein ist aber ein minderwertiges, billiges Massenprodukt.
Eine Spielart des Rosé ist der Rotling, bei dem vor dem Pressen weiße und blaue Trauben oder die Maische verschnitten und dann weiterverarbeitet werden.












