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Wein-ABC

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Riesling

Die weiße Rebsorte zählt zu den allerbesten der Welt, den sogenannten Cépages nobles und hat zahlreiche Synonyme: Donauriesling, Johannisberg Riesling (USA), Klingelberger, Moselriesling (Übersee), Rheinriesling, Rhine Riesling (Übersee), Riesling Renano Bianco (Italien), Ryzlink Rajinsky (Kroatien), Ryzlink Rynsky (Slowakei), White Riesling (Übersee) und Weißer Riesling. Es gibt auch seltene Mutationen eines Roten und Blauen Riesling. Der Riesling stellt höchste Ansprüche an Böden und gelingt in kühlen Klimazonen am besten. Der in Österreich gebräuchliche Name Rheinriesling dient vor allem zur Abgrenzung vom (nicht verwandten) Welschriesling. Die Sorte stammt vermutlich direkt von einer Wildrebe im Rheintal ab, wobei auch die Winzer der österreichischen Region Wachau den Ursprung für sich reklamieren, weil es einen urkundlich erwähnten Weingarten beim Ort Weißenkirchen mit dem Namen “Ritzling” seit dem 13. Jahrhundert gibt. Vom Rheingau aus wurde der Riesling im 11. und 12. Jahrhundert in ganz Deutschland verbreitet, konnte sich aber erst im 17. und 18. Jahrhundert als Spitzensorte endgültig durchsetzen.

Der Riesling liefert überall ausgezeichnete Weine, doch besonders gut gedeiht die langsam reifende Rebe in relativ kühlen Anbauzonen auf Böden mit Schiefer und Urgestein. Was ihn zu einem absoluten Spitzenwein macht, ist der harmonische Gleichklang von Säure, Körper und Extrakt, der von Liebhabern überschwenglich als ”magische Kombination” bezeichnet wird. Er hat einen eher mittleren Alkohol-Gehalt und Gesamt-Extrakt. Die Farbe ist grünlich-gelb und wandelt sich mit dem Alter zu einem schimmrigen Goldton. Das Bouquet des Riesling wird häufig mit Aprikosen, Pfirsichen und Rosen beschrieben, aber eigentlich macht die Unverwechselbarkeit die feine und edle Traubenfruchtigkeit aus, die kein anderer Wein in diesem Ausmaß und Finesse besitzt. Im Alter entsteht ein Mandelton oder auch ein Petrolton. Dieser von Liebhabern sehr geschätzte und als ”edler Firn” bezeichnete Geruch erinnert an Mineralöl-Derivate (was aber nicht negativ zu verstehen ist). Der Riesling hat eine extreme Langlebigkeit, Prädikatsweine halten 20 bis 30 Jahre und auch länger.

Er wird aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften auch häufig für Neuzüchtungen herangezogen, zum Beispiel sind durch Kreuzungen mit ihm die neuen Rebsorten Alabalonga, Arnsburger, Bacchus, Ehrenfelser, Hölder, Kerner, Mariensteiner, Müller-Thurgau, Optima, Osteiner, Rieslaner, Rotberger und Scheurebe entstanden. Auf der ganzen Welt wird teilweise der Name irreführend verwendet, obwohl es sich bei diesen Sorten um andere, nicht einmal mit ihm verwandte Sorten handelt: Banat Riesling (Welschriesling, Rumänien), Cape Riesling (Crouchen, Südafrika), Clare Riesling (Crouchen, Australien), Frankenriesling (Silvaner), Gray Riesling (Trousseau, Kalifornien), Goldriesling (Kreuzung Welschriesling x Müller-Thurgau), Mainriesling, Missouri Riesling (Vitis labrusca, USA), Schwarzriesling (Pinot Meunier) und Welschriesling (Österreich). Verwandt mit ihm ist lediglich der Rote Rheinriesling.

 
 
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