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Portugal
In der Antike brachten Phönizier, Griechen und Römer Rebstöcke auf die iberische Halbinsel. Unter der langen maurischen Herrschaft vom 8. bis zum 12. Jahrhundert stagnierte zwar der Weinbau, kam jedoch nicht zum Erliegen. Ab der Unabhängigkeit im Jahre 1385 entwickelte sich ein reger Weinhandel mit England. Der berühmteste Wein Portugals, der Portwein wurde entdeckt, als der englische König William III. Im Jahre 1693 so hohe Zölle auf französsiche Weine erhob, daß sich die englischen Weinhändler nach Portugal orientierten. Bereits im Jahre 1756 wurden das Duoro-Gebiet festgelegt. Im 19. Jahrhundert wurden durch Mehltau und Reblaus die meisten Rebflächen vernichtet. Erst ab 1930 kam es zu einem Wiederaufbau. Bis weit in die Hälfte des 20. Jahrhunderts erzeugten die Portugiesen den Wein auf ihre eigene, ganz persönliche Art mit einem speziellen ”portugiesischen Biß”.
Heute werden von einer Rebfläche von 260.000 ha per anno rund 6 Millionen hl Wein produziert. Zu 30% werden Weißweine und zu 70% Rosé- und Rotweine erzeugt. Weinbau ist in Portugal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, rund 15% der Bevölkerung lebt davon. Aufgrund des Klimas ist das Land ideal für den Weinbau, denn der weinbaubetreibende nördliche Teil hat reichlichen Niederschlag und lange, schöne Sommer. Die Böden bestehen großteils aus Granit und Schiefer. Die Rebsorten sind zahlreich und werden häufig als Gemischter Satz angebaut. Die häufigsten roten Sorten sind Alfrocheiro, Aramon, Baga (die häufigste überhaupt), Bastardo, Jaen und Periquita. Die vorherrschenden weißen sind Alvarinho (die als beste gilt), Arinto, Encruzado, Fernao Pires (die häufigste weiße), und Loureiro. Portugal ist mit über 50% weltweit der größte Produzent von Korken, die aus der Rinde der Korkeichen in der südlichen Provinz Alentejo gefertigt werden.
Neben dem Portwein, Madeira und Vinho Verde, die jeweils eigene DOC-Bereiche darstellen, gibt es noch folgende definierte DOC-Gebiete: die Provinz Algarve mit den Bereichen Lagos, Portimao, Lagoa und Tavira sowie Bairrada, Bucelas, Carcavelos, Colares, Dão, Douro und Setúbal. Zusätzlich gibt es über 30 IPR-Gebiete (zum Beispiel Alcobaça, Cartaxo, Lafoes, Pinhel, Óbidos, Borba, Santarém und Torres Vedras). Diese Weine machen rund ein Viertel der Produktion aus. Neben den oben angeführten drei bekanntesten Weinen sind zu erwähnen Barca Velha (rot), Bucelas (weiß), Camarate (rot), Colares (rot), Lancers (rosé), Mateus (weltweit meistverkauftester Rosé), Palacio da Brejoeira (weißer Vinho Verde), Periquita (rot), Quinta da Bacalhôa (rot), Quinta do Tamariz (weißer Vinho Verde), Serradayres (weiß und rot), Setúbal (weiß) und Solar de Boucas (weiß).
Das portugiesische Weinrecht ist einfach. Es gibt allgemeine Bezeichnungen bezüglich der Alterung. Ein Verde wurde keinerlei Alterung unterzogen, ein Maturo ist entweder in Fass oder Flasche gereift und ein Garrafeira lange Jahre gelagert und gereift. Das Attribut Reserva wird für besondere Qualitäten (längere Lagerung, höherer Alkohol-Gehalt) vergeben. Die Qualitätstufe IPR (Indicacao de Proveniencia Regulamentada) wurde mit dem EU-Beitritt eingeführt. Sie entspricht dem französischen VDQS. Die höchste Stufe DOC (Denominacao de Origem Controlada) sind Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete und entspricht dem italienischen DOC, spanischen DO und französischen AOC.












