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Wein-ABC

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Pinot Noir

" Diese besonders alte, rote Rebsorte ist höchstwahrscheinlich eine Selektion, die der Mensch schon vor mehr als 2000 Jahren vorgenommen hat. Der Name Pinot leitet sich vom frz. “Pin” für Fichtenzapfen ab, weil die Traubenform diesem ähnelt. Sie zählt zu den besten Rebsorten der Welt, den Cépages nobles. Im französischen Burgund war sie schon im 4. Jahrhundert bekannt. In Deutschland wurde sie im 7. Jahrhundert von Mönchen, in Österreich im 14. Jahrhundert von den Zisterziensern angebaut.

Es gibt zahlreiche Synonyme wie Morillon Noir (alte frz. Bezeichnung), Blauer Burgunder, Blauburgunder, Blauer Spätburgunder (Österreich), Clävner, Clevner, Klävner, Klebrot, Klevner (Schweiz), Pignola (Italien), Pinot Negro (Argentinien) und Spätburgunder (Deutschland).

Es gibt in Frankreich 46 offiziell anerkannte Klone, die bekanntesten sind die Klone 114 und 115. Der Pinot Noir ist besonders anfällig für Degeneration und Mutation, er gilt als Urrebe für die zahlreichen Spielarten, die aus ihm entstanden sind. Das sind zum Beispiel Pinot Blanc (Weißburgunder), Pinot Gris (Grauburgunder), Pinot Meunier (Müllerrebe) und Frühburgunder (siehe dazu unter Burgunder).

Die Rebe treibt eher früh aus und ist daher empfindlich für Spätfröste und Verrieseln. Die besten Ergebnisse werden auf Kalksteinböden und bei relativ kühlem Klima erzielt. Aus den dünnschaligen Beeren muß möglichst viel Farb- und Geschmacksstoff herausgeholt werden.

Der Pinot Noir ist auf der ganzen Welt verbreitet. In seiner Heimat Frankreich war er lange Zeit nicht geachtet; man kelterte daraus sehr gerne Rosé, was auch heute noch im Loire-Gebiet und im Elsaß gebräuchlich ist. Der hellrot schimmernde Wein wird dort als Oeil de perdrix (wörtlich “Rebhuhnauge”) bezeichnet. Erst im Verlaufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Rebe als Basis für die großen Burgunderweine. In der Champagne bedeckt die Rebe 30% der Rebfläche. Dort wird sie weiß gekeltert (blanc de noirs) und ist wichtigster Bestandteil feinster Champagner. Die qualitativ besten Weine stammen aus dem Gebiet Côte d´Or.

In Deutschland erreicht die Rebe mit 7.000 ha und knapp 7% der Gesamt-Rebfläche den ersten Platz unter den roten Sorten und ist besonders in den Weinbaugebieten Ahr, Baden, Pfalz, Rheinhessen und Württemberg verbreitet. In Baden liegt mit 4.300 ha der größte Anteil, hier wird sie auch häufig für die Herstellung des Spätburgunder Weißherbst verwendet. In Österreich belegt sie knapp 1% der gesamten Rebfläche und in der Schweiz sogar über ein Viertel.

Der Wein kann unter Verwendung aller positiven Attribute beschrieben werden. Das früchtebetonte Bouquet ist sortentypisch, das Aroma weist den typischen Burgunderton nach zart-herben Bittermandeln auf. Der Geschmack ist vollmundig, körperreich und harmonisch hinsichtlich Säure und Tannin. Der Wein hat eine intensive, leuchtend rubinrote Farbe mit violetten Nuancen."

 
 
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