Klicken Sie entweder in der A-Z Leiste auf den Anfangsbuchstaben des gesuchten Begriffs oder geben Sie ihn direkt in die Freitextsuche ein.
Kleiner Tipp: Es genügen auch die ersten Buchstaben Ihres Suchbegriffes, falls Sie sich bei der Schreibweise nicht sicher sind.
Korken
"Schon die Assyrer, Ägypter und Griechen kannten den Korken, für den Verschluß von Weingefäßen verwendeten sie jedoch zumeist Stöpseln aus Terakotta (gebrannte Erde = unglasierter Ton), die sie mit Bindfaden befestigten und dann mit Lack, Ton oder Pech abdichteten (siehe auch unter Amphore). Aber schon die alten Römer dichteten ihre Weingefäße auch mit Korken ab, doch diese Technik geriet mit dem Untergang des Reiches in Vergessenheit. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Korken wiederentdeckt, die Erfindung wird dem Mönch Dom Perignon zugeschrieben, der angeblich bei der Herstellung von Champagner damit experimentiert haben soll.
Aus der dicken, äußeren Rinde der Korkeiche ”Quercus suber) wird der Korken hergestellt. Rund die Hälfte der Weltproduktion kommt aus Portugal, weitere Länder sind Frankreich, Italien und Nordafrika. Ein Baum kann erst im Alter von 30 Jahren zu ersten Mal geschält werden. Weitere Male kann dies dann in 10-Jahresabständen erfolgen; rund 15 Mal kann ein Baum entrindet werden. Kork ist der nahezu ideale und auch vom ästhetischen Gesichtspunkt her gesehen optimale Verschluß für Weinflaschen. Er ist leicht, sauber, temperaturunempfindlich, wird selten von Fäulnis befallen, ist luftundurchlässig, extrem elastisch, hat eine lange Lebensdauer (20 bis 50 Jahre) und ist außerdem (noch) in großen Mengen verfügbar.
Ein normaler Weinkorken hat einen Durchmesser von 24 mm und wird auf den Flaschenhals-Durchmesser von 18 mm zusammengepreßt. Sektkorken werden in drei Lagen verleimt, ihr Durchmesser von 31 mm wird auf 17,5 mm komprimiert, wodurch sich der ganz typische, pilzförmige obere Teil ergibt. Ein zusammengepresster Korken nimmt schon nach 24 Stunden wieder seine ursprüngliche Größe an. Die Luftfeuchtigkeit muss hoch genug sein, so dass der Korken keine Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt (ideal sind ungefähr 75% bei 10° Celsius) Bei Temperatur-Schwankungen kann der Korken durch die unterschiedlichen Ausdehnungen von Glas und Korken undicht werden; dies wird durch eine gleichmäßige Temperatur verhindert.
Eine immer wieder geäußerte Frage ist, ob der Wein bei der Flaschen-Reifung durch den Kork ”atmet”. Wenn das Fall ist, dann höchstens in minimalem Maße. Wäre dies in größerem Umfang gegeben, dann würde der Wein oxidieren und damit ungenießbar werden. In den letzten Jahren kommen aber wegen der enormen Nachfrage Korken in zunehmend schlechterer Qualität (großporig) auf den Markt. Entweder sind sie undicht oder es entsteht aufgrund der Porosität der berüchtigte Korkschmecker. Man schätzt, daß rund 10% des Weines dadurch beeinträchtigt oder ungenießbar werden.
Die aus diesen Gründen tatsächlich idealen Verschlüsse wären damit eigentlich Kronenkorken, Schraubverschlüsse (wie schon heute bei in Flugzeugen servierten Weinen obligat) oder Kunststoff-Korken; letztere werden in der Neuen Welt zunehmend verwendet. Ästheten mokieren sich darüber und beklagen einen Kultur-Verlust, aber wahrscheinlich ist diese Entwicklung aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht aufzuhalten.
Siehe auch unter Korkenzieher und Wein-Genuss."












