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Bodentyp

Die verschiedenen Bodentypen haben sich im Verlaufe von Jahrmillionen durch Verwitterung von Gesteinen, Mineralien und organischen Stoffen gebildet. Durch physikalische Einflüsse (Wind, Wasser, Temperatur) und chemische Prozesse (Oxidation, Auslaugung von Salz und Kalk) wurden dabei die Ausangsmaterialien abgebaut bzw. zerkleinert. Jeder Boden besteht aus Mineralteilchen, welche zusammen mit den organische Teilchen aus Pflanzenresten und tierischen Rückständen (Humus = Stickstoff) und den Bodenlebewesen (Bakterien, Pilze, Würmer) sowie dem ungeheuer wichtigen Wasserhaushalt jedem Boden seinen eigenen, unverkennbaren und typischen Charakter geben.

Die Zusammensetzung der Substanzen im Boden und die Beziehung der einzelnen Elemente zueinander bestimmen die Fruchtbarkeit und die Eignung für den Weinbau. Der Boden ist neben dem Klima und der Rebsorte ein sehr wichtiger Faktor für die Qualität und den speziellen Charakter des Weines. Die einzelnen Mineralien und Stoffe finden sich dann im Gesamt-Extrakt eines Weines wieder. Als Grundregel gilt, daß basische Typen mit einem hohen pH-Wert Weine mit hohem Säuregehalt (z. B. Kalk, Kreide und Mergel) und saure Böden mit niedrigem pH-Wert Weine mit geringem Säureghalt ergeben (z. B. Granit, Kiesel und Quarz). Auch die Farbe des Bodens spielt eine wichtige Rolle, denn dunkle Böden absorbieren die Wärme der Sonne und helle Böden reflektieren sie. Es gibt häufig Übergänge, das bedeutet, daß es in einem Weingarten in der Regel eine Mischung aus mehreren Bodentypen gibt.

Basalt: Ein junges, basisches Erguss-Gestein (aus Magma) aus Feldspat, Hornblende, Olivin, Pyroxen und Magnetit, welches viel Kalk und Soda enthält und reich an Mineralstoffen ist. Dieser Boden ergibt Weine mit guter Säure.

Braunerde: Dieser Bodentyp hat sich bei stärkeren Niederschlägen unter Laub- und Mischwäldern gebildet. Kalkgehalt, Steingehalt und Wasserhaushalt können stark differieren. Je nach Beschaffenheit kann dies ein ausgezeichneter Boden für den Weinbau sein.

Feuerstein: Eine dichtes Gestein, das aus feinkristalliner Kieselsäure besteht. Dieser Boden ergibt Weine mit einem ”Feuerstein-Ton”, zum Beispiel beim französischen Pouilly-Fumé.

Gleye: Ein mineralischer Grundwasser-Bodentyp, in dem zumeist sauerstoffarmes Wasser gespeichert wird, das nur langsam abfließt. Dadurch ist das Wurzelwachstum stark gehemmt und der Boden nicht für den Weinbau geeignet. Infolge von Eisenoxyden ist der Boden rostfleckig gefärbt. Pseudogleye entstehen, wenn das Niederschlags-Wasser nicht versickern kann und die Wurzeln verfaulen.

Gneis: Wie der Granit besteht dieses kristalline Gestein hauptsächlich aus Quarz, Feldspat und Glimmer und unterscheidet sich von diesem nur durch die Schieferung. Durch Verwitterung entstanden aus diesem Gestein lehmige Böden, die sich durch hohen Kalkgehalt auszeichnen.

Granit: Dies ist das am häufigsten vorkommende Erstarrungs-Gestein. Das saure Tiefen-Gestein ist durch Erkalten von silizium-dioxydreichem Magma entstanden. Hauptbestandteile sind die Mineralien Quarz, Feldspat und Glimmer und oft vauch Hornblende. Dieser Boden ergibt mineralisch anmutende Weine.

Kalkstein: Dieses Sedimentgestein besteht aus Kalzium und Magnesium. Er entsteht im Meer durch Ablagerung von Kalkschalen und Skeletten kleiner Meerestiere (Korallen, Muscheln, Schnecken). Dies bedeutet, daß hier früher Meeresboden war. Der Boden erbringt Weine mit guter Säure.

Keuper: In Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für sehr fruchtbare, zumeist tonhaltige Böden mit hohem Wasserspeicherungs-Vermögen.

Kiesel: Ein von Flüssen abgerundetes Gestein, das zumeist aus Quarz besteht. In größeren Mengen ergibt dies säurearme Weine.

Kimmeridge: Eine gräuliche, mit Kalk vermischte Tonerde. Der Name leitet sich vom gleichnamigen südenglischen Ort ab, wo diese Erde entdeckt wurde. Der Chablis aus dem französischen Burgund wächst auf einem solchen tonvermischten Boden.

Kreide: Ein weißer, feinkörniger und weicher Kalkstein, der häufig auch Feuerstein enthält. Der Boden ergibt stark säurebetonte Weine. Der klassische Kreideboden für den Sherry ist der Albariza in Spanien und für den Champagner der Craie á bélemnites in der Champagne.

Lehm: Ein sandhaltiger, kalkfreier Ton, der durch Eisenverbindungen gelbbraun gefärbt ist. Er entsteht durch Verwitterung von Granit und Gneis, Entkalkung von Löß und durch Gletscher-Ablagerungen. Dieser Boden ergibt vollmundige, kräftige Weine.

Löß: Ein feines Sedimentgestein, das aus Quarz, Kalk und etwas Ton besteht und durch geringen Eisengehalt gelblich gefärbt ist. Bei eintretendem Wasser wird der Kalk weggeführt und es entsteht Lehm. Dieser Boden ergibt vollmundige, lagerfähige Weine.

Mergel: Ein graues oder gelbliches Sediment-Gestein, welches aus Kalk, Ton und Sand besteht und fruchtbare, schwere Böden mit hohem pH-Wert ergibt. Der Boden erbringt Weine mit guter Säure.

Moränen: Dies sind Böden aus Kies mit größeren und kleineren Steinen durchsetzt. Sie sind bei der Rückbildung von Gletschern entstanden.

Porphyr: Ein hellfarbiges, rötliches Erguss-Gestein (aus Magma) mit einem hohen Anteil von Kieselsäure, geringem pH-Wert und der charakteristischen porphyrischen Struktur (dabei liegen größere, allseitig scharf begrenzte Kristalle in einer sonst dichten oder glasigen Grundmasse). Dieser Boden ergibt säurearme Weine.

Quarz: Das Mineral ist in vielen Gesteinsarten enthalten (zum Beispiel Granit, Gneis). Größere Mengen ergeben säurearme Weine.

Ranker: Ein zumeist flachgründiger, trockener Boden auf Silikat-Gestein (kalkarm bis kalkfrei) mit geringem Speicherungs-Vermögen für Wasser. Deshalb kann der Boden zur Austrocknung neigen, hat aber einen guten Wärmehaushalt. Je nach dem Wasserhaushalt kann dies für bestimmte Rebsorten ein ausgezeichneter Boden sein, zum Beispiel für den Riesling.

Rendzina: Die Bezeichnung kommt aus dem Polnischen. Bei diesem Bodentyp liegt eine Humusschicht über einem Kalkgestein. Je nach Kalkgehalt und Wasser-Haushalt ist dies für bestimmte Rebsorten ein ausgezeichneter Boden.

Rigosol: Der durch das Rigolen (tiefes Umgraben) entstehende Bodentyp ist der eigentliche, vom Menschen geschaffene Weinbergsboden. Dabei werden die ursprünglichen Bodentypen bis zu 1 m Tiefe umgegraben oder umgepflügt. Ziel ist eine Verbesserung der physikalisch-chemischen Eigenschaften.

Rohboden: Dies ist ein junger, noch wenig verwitterter Boden aus Sand, Löß oder Tegel mit unterschiedlichen Eigenschaften. Hier gedeihen zahlreiche Rebsorten gut bis hervorragend.

Sand: Dieser entsteht durch Verwitterung von Gesteinen, die meisten Arten haben einen hohen Anteil von Quarz und Feldspat. Dieser wasserdurchlässige und trockene Boden ergibt elegante, duftige aber säurearme Weine. Ein Vorteil ist, daß die Reblaus sich hier nicht halten kann und deshalb blieben während der Reblaus-Katastrophe solche Weingärten als einzige verschont.

Schiefer: Ein sehr hartes Gestein, das durch hohen Druck aus Ton und Schlamm entstanden ist. Es besitzt ein ausgezeichnetes Wärmespeicherungs-Vermögen. Der Boden ergibt leichte, elegante und rassige Weine, zum Besipiel ideal für den Riesling.

Tegel: Ein auch als Plastosol bezeichneter plastischer Ton.

Terra Rossa: Eine italienische Bezeichnung (Rote Erde) für einen lehmigen Boden, der manchesmal auch Feuerstein enthält. Die berühmteste Lage liegt im australischen Anbaugebiet Coonawarra.

Ton: Ein Gemenge von verschiedenen Tonmineralien, die bei der Verwitterung von Erstarrungs-Gesteinen entstehen. Dieser Boden ergibt vollmundige, kräftige Weine.

Tschernosem: Die Bezeichnung leitet sich aus dem Russischen ab, Tschernosjom bedeutet Schwarzerde. Bei diesem Bodentyp liegt eine stark ausgeprägte Humusschicht direkt über dem Ausgangsmaterial (Löß, Sand, Tegel) und ist die Basis für große Fruchtbarkeit. Zumeist hat dieser Boden einen optimalen Wasserhaushalt und ist für den Weinbau ausgezeichnet geeignet (kann aber für Massenproduktion mißbraucht werden). Kalkfreie Böden nennt man Paratschernoseme.

Tuff: Eine verfestigte, vulkanische Asche aus Erguss-Gestein, welche zumeist sehr kalkhaltig ist.

Urgestein: Eine alte (eigentlich falsche, da es ältere gibt) Bezeichnung für Erstarrungs-Gesteine (auch magmatische oder Eruptiv-Gesteine), die durch Erkalten eines glühendflüssigen Gesteinsbreis (Magma) entstanden sind. Erfolgte die Erstarrung innerhalb der Erdkruste, nennt man sie Tiefen-Gestein (z. B. Diorit, Granit, Peridotit), wenn an der Oberfläche, dann Erguss-Gestein (z. B. Basalt, Dolerit, Porphyr). Es zeichnet sich oft durch Kalireichtum aus und ergibt fruchtige und würzige Weine. In Österreich ist dies beim Veltliner eine gerne gebrauchte Angabe.

Vulkangestein: Während der Eruption eines Vulkans tritt glühendflüssiger Gesteinsbrei (Magma) aus dem Erdinneren als Lava an die Erdoberfläche. Das Vulkangestein bildet sich dann durch Erkalten dieser Masse. Auf diesem Bodentyp gedeihen feurige Weine mit einem reichen Bouquet, ein Beispiel ist der Lacrima Christi del Vesuvio, der in der Nähe des Vesuv produziert wird.

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